Pinochet nach Schlaganfall im Krankenhaus

22. Dezember 2004, 11:35
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Chilenischer Ex-Diktator war am Montag vom Gericht wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt worden

Santiago - Der chilenische EX-Dikdator Augusto Pinochet hat am Samstag einen Schlaganfall erlitten. Der 89-Jährige wurde in das Militärkrankenhaus von Santiago eingeliefert, sein Zustand war nach Angaben von Ärzten stabil. In einer Erklärung hieß es, der Schlaganfall habe zu "eingeschränkter Beweglichkeit und einem neurologischen Defizit" geführt. Pinochet habe in seinem Haus kurzfristig das Bewusstsein verloren. Sein Zustand habe sich anschließend wieder verbessert, er sei "stabil". Er werde zunächst für weitere Untersuchungen im Krankenhaus bleiben. Weitere Informationen wollte die Klinik am Sonntag bekannt geben.

Anklage

Der Ex-Diktator war am Montag wegen seiner Rolle bei der "Operation Condor" angeklagt worden. Bei der "Operation Condor", die im Auftrag der Machthaber in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay ausgeführt wurde, töteten Agenten in den 70-er und 80-er Jahren weltweit vermutlich mehr als 200 Oppositionelle.

Richters Juan Guzman befand Pinochet für verhandlungsfähig. Seine Anwälte legten beim Berufungsgericht Beschwerde gegen die Entscheidung Guzmans ein, einen Strafprozess zu eröffnen. Ob die Anklage aufrechterhalten wird, darüber entscheidet das Berufungsgericht in der kommenden Woche, vermutlich schon am Montag. (APA/AP/dpa/AFP/Reuters)

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