Nach Bankomat-Sprengung keine Spur von den Tätern

19. Dezember 2004, 18:54
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Diebe sprengten in Villacher Einkaufszentrum Bankomaten aus Verankerung -50.000 Euro Beute - Spaziergängerin entdeckte Fluchtauto

Klagenfurt - Keine Spur gab es am Sonntag von jenen Unbekannten, die in der Nacht auf Samstag in einem Villacher Einkaufszentrum einen Bankomaten gesprengt und rund 50.000 Euro erbeutet hatten. Eine Spaziergängerin entdeckte Sonntag früh das Fluchtauto, das bei Paternion (Bezirk Villach-Land) zurückgelassen wurde.

Nach Ansicht der Kriminalisten handelt es sich um die selben Täter wie bei der ersten Bankomat-Sprengung am 8. Dezember in Spittal/Drau. Damals betrug die Beute knapp 80.000 Euro. Die zwei oder drei Männer leiteten in beiden Fällen Gas in den Geldautomaten, das sie zündeten. Dadurch wurde der Bankomat aus der Verankerung gerissen, wodurch die Einbrecher an die Geldkassetten herankamen.

Diese Einbruchsmethode ist zuvor in Österreich noch nie angewendet worden, einige derartige Fälle sind jedoch aus dem oberitalienischen Raum bekannt. Nach dem ersten Einbruch wurde auch angenommen, dass es sich um eine von Italien aus operierende Bande handelt. Inzwischen halten die Kriminalisten aber auch andere Varianten für durchaus wahrscheinlich.

Funkstreife abgeschüttelt

In Villach schlugen die Unbekannten Samstag um 3.30 Uhr zu. Sie luden den Bankomaten nach der Sprengung in einen Kombi und rasten davon. Eine Funkstreife, welche die Verfolgung aufgenommen hatte, schüttelten sie mit eisernen Dreifüßen ab, die sie aus dem Auto auf die Fahrbahn warfen. Das verwendete Fahrzeug hatten die Einbrecher zuvor aus einem Autohaus in Spittal/Drau gestohlen, Kennzeichen besorgten sie sich von parkenden Autos.

Sonntag früh entdeckte eine Krankenschwester bei ihrem Morgenspaziergang das Fluchtfahrzeug und verständigte die Gendarmerie. Ihr sei aufgefallen, dass das Seitenfenster des abgestellten Kombis geöffnet und die Windschutzscheibe beschädigt war, erklärte die Krankenschwester gegenüber dem ORF-Radio Kärnten. Zuerst habe sie an einen Unfall gedacht, doch dann seien ihr die Gasflaschen und die Reste des Bankomaten aufgefallen. "Dann war mir klar, dass es sich um das Fluchtfahrzeug handeln muss", meinte die Frau.

Die Einbrecher dürften auf der Straße zur so genannten Windischen Höhe - einer Verbindungsstraße zwischen dem Drautal und dem Gailtal - das Fluchtauto gewechselt haben. Beim zurückgelassenen Fahrzeug fanden die Kriminalisten neben den Gastflaschen auch die Schlauchverbindungen, mit denen die Täter das Gas in den Geldautomaten geleitet hatten. Auch einige Zehn-Euro-Scheine ließen die Unbekannten zurück.

Die Detonation hat in dem Einkaufszentrum große Schäden angerichtet. Auch die Bilder aus der Überwachungskamera sind nach Angaben der Polizei kaum verwendbar. Der Film soll nun an ein Speziallabor in Deutschland geschickt werden, um möglicherweise doch brauchbare Fahndungsfotos rekonstruieren zu können. (APA)

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