Christkindleinzug in Innsbruck: Zachs festlich teurer Weihnachtswunsch

25. Dezember 2004, 12:41
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Die Beleuchtung und Beschallung wird fast abgeschaltet, wenn 400 als Hirten verkleidete Kinder und 100 Schafe in die Stadt ziehen

Innsbruck - Mangelndes Interesse hat 1990 zur Einstellung des Christkindleinzugs in Innsbruck geführt. Dieser hatte erstmals 1934 stattgefunden, war während der Nazizeit verboten und 1948 wieder aufgenommen worden.

Festlicher Einzug

Auf Initiative von Bürgermeisterin Hilde Zach ist es am Sonntag um 17 Uhr wieder so weit. In der Maria-Theresien-Straße wird die Beleuchtung (fast) abgeschaltet, Geschäfte und Christkindlmärkte werden kurz auf Beschallung verzichten. 400 als Hirten verkleidete Kinder samt 100 Schafen bilden einen Zug. An dessen Ende ein Lichtwagen auf dem das Christkind thront. Welches siebenjährige Kind ausersehen wurde, huldvoll ins Publikum zu winken, ist ein Stadtgeheimnis.

Teuere Pracht

Von Zach mit 120.000 Euro dotiert, wurde Anders Linder mit der Inszenierung betraut. Lodenumhänge für die Hirten haben 36.000, der Lichtwagen 15.000 Euro gekostet. Schließlich müsse sein Design Kindern gerecht werden, die "Raumschiff Enterprise hinter sich haben", betont Linder. Ansonsten will er "zurück zu Schlichtheit, Einfachheit und Tradition".

Dienstagnacht wurde ein Teil der Werbeplakate von Unbekannten überklebt. Das dem Original nachempfundene Sujet bildet anstelle des Christkinds die Bürgermeisterin ab. Von "Wahlkampfauftakt" und "Huldigungsgebühr 120.000 Euro" war wenige Stunden zu lesen. Zach war so empört, dass sie einen Kommentar verweigerte. (hs, DER STANDARD Printausgabe 18/19.12.2004)

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