Brite wirft USA vor Europarat Misshandlung in Guantanamo vor

18. Dezember 2004, 18:52
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Schläge, Fesseln und verdorbenes Essen

Paris - Ein aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba freigelassener britischer Staatsbürger hat den amerikanischen Truppen Misshandlungen vorgeworfen. Jamal al-Harith beschrieb am Freitag vor dem Straßburger Europarat seine zweijährige Inhaftierung als Periode ständiger Erniedrigung.

Einmal habe er sich gegen eine Injektion widersetzt, weil er nicht wusste, was in der Spritze war. Daraufhin hätten ihn fünf Soldaten angegriffen: "Sie sprangen auf meine Beine und meinen Rücken, sie traten und boxten mich", sagte der 37-Jährige aus Manchester. "Dann wurde ich einen Monat in Isolationshaft gesperrt", ergänzte er.

12 Jahre abgelaufenes Essen

Ferner habe er verdorbenes Essen bekommen, dessen Verfallsdatum zehn bis zwölf Jahre abgelaufen war, sowie Früchte, die schwarz und verrottet waren. Al-Harith beschrieb 15-stündige Verhöre; manchmal hätten die Wärter scharfe Hunde ohne Maulkorb in seine Zelle geführt und zum Bellen angetrieben. Weiter sagte al-Harith aus, er sei so gefesselt worden, dass er nicht aufrecht stehen konnte.

Der Mann wurde im Oktober 2001 in Afghanistan festgenommen. Seiner Aussage zufolge war er aus religiösen Gründen auf dem Weg nach Pakistan. Zusammen mit drei anderen Briten wurde der Mann im März von Guantanamo zurück in seine Heimat geflogen; jeder von ihnen hat die USA auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Alle drei behaupten, sie seien zu Unrecht festgehalten worden. (APA/AP)

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