Roberto Fian: Robert und Elfriede

19. Dezember 2004, 19:30
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Festsaal im Hotel Marriot. Wenig Publikum. Über einem Rednerpult ein Transparent: "Die Presse - Literaturgespräch"

...Die Redakteurin Male tritt ans Rednerpult.)

MALE: Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, zum Presse-Literaturgespräch. Elfriede Jelinek hat dieser Tage den Literaturnobelpreis erhalten, und wäre nicht sie die Preisträgerin gewesen, der Preis selbst wäre wohl in jedem Fall nach Österreich gegangen, sei es an Peter Handke, sei es an Elfriede Mayröcker. Eine Vielzahl von international bedeutenden Autorinnen und Autoren hat Österreich derzeit vorzuweisen, denken Sie an Robert Schindel, Robert Menasse, Robert Gstrein, Robert Schneider oder an Elfriede Aichinger, Elfriede Gerstl oder Elfriede Streeruwitz. Auch aus der jüngeren Generation haben viele schon auf sich aufmerksam gemacht, der Bachmann-Preisträger Franzrobert beispielsweise, der Krimiautor Rob Haas, aber auch Robert Kehlmann, Elfriede Röggla oder Heimito von Glavinic. Ist das Zufall? Oder ist es eine direkte Folge der großzügigen österreichischen Literaturförderung und damit ein Verdienst der Steuerzahler? Ich darf nun das Wort in berufenere Hände legen und begrüße zu diesem Thema Herrn Staatssekretär Oskar Morak.

(Applaus. Morak tritt ans Rednerpult. Vorhang)

Material: Eva Male, "Es schwebt mir noch radikaler vor - Elfriede Mayröcker im Gespräch", "Die Presse", 16. 12. 2004

(DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.12.2004)

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