Haider zum Stadttheater: "Keine Dramatik angesagt"

22. Dezember 2004, 10:27
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Kulturreferent versucht in Klagenfurt zu kalmieren - Stadt müsse sich an die Vorgaben des Landes halten

Klagenfurt – Nach den heftigen Debatten um radikale Budgetkürzungen für das Stadtheater Klagenfurt, meldet sich jetzt Kulturreferent Jörg Haider zu Wort.

"Fürs Theater ist keine Dramatik angesagt", entschärft der Kärntner Landeshauptmann (FP) vorerst die Situation, die sogar zu blau-roten Koalitionsturbulenzen geführt hatte. Nachdem die Stadt mit schwarz-blauer Stimmenmehrheit die Rückführung der gesamten Theaterrücklagen von 1,1 Millionen Euro samt zusätzlicher Budgetkürzung von 500.000 bis 1 Million Euro beschlossen hatte, sagt Haider nun, die Stadt müsse sich an die Vorgaben des Landes halten. Und dieses habe das Theaterbudget als 60-Prozent-Theatererhalter bis 2009 auf dem derzeitigen Stand von rund 14 Millionen Euro "gedeckelt".

Der weit darüber hinausgehende Stadtsenatsbschluss, so Haider, könne ja auch dahingehend "interpretiert" werden, dass die weggenommenen Rücklagen bereits als "Einsparung" zu sehen wären.

Damit ließ sich Haider sich selbst und seinem Klagenfurter Statthalter Kulturstadtrat Mario Canori ein "Hintertürl" offen: "Wenn das Land die Stadt im Theaterausschuss mit seiner Mehrheit überstimmt, dann muss Bürgermeister Harald Scheucher schauen, wo er das fehlende Geld für sein Stadtbudget hernimmt", meint Canori. Wirklich entschärft ist der Theaterstreit aber noch nicht, denn Haider hat schon wieder eine neue Mine bereit: Das Stadttheater soll in eine Ges.m.b.H. umgewandelt werden. SP- Kultursprecherin Nicole Cenic traut Haider nicht: " Er soll sich an die Vereinbarung halten, die wir im Zusammenhang mit der Sanierung der Seebühne getroffen haben: Deckelung und Belassen der Rücklagen beim Theater".

Aber vielleicht kann eine für Sonntag angesetzte Demonstration von Theater-Freunden Haider auch da noch umstimmen. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.12.2004)

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