Technischer Kniff soll Ölpest vermeiden

18. Dezember 2004, 12:30
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... und das mit wenig Aufwand: Mit kleinen vorab installierten Ventilen kann Öl wesentlich leichter aus Wracks abgepumpt werden

Nizza - Eine minimale Änderung an den Tanks größer Öltanker kann die Gefahr einer Ölpest drastisch verhindern. Zu diesem Schluss kommen französische Forscher der JLMD Ecologic Group of Nice. Mit kleinen vorab installierten Ventilen kann Öl wesentlich leichter aus gesunkenen Schiffen abgepumpt werden als bisher. Bei vielen Tankerunglücken bleiben nämlich die Tanks unversehrt, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist".

Wenn Tanker in Kollisionen verwickelt sind oder in Stürmen verunglücken, wird meistens nur ein Teil der gesamten Ladung ins Meer gelangen. Ein großer Teil sinkt mit dem Wrack zu Boden. Das dort verbleibende Öl muss abgepumpt werden. Derzeit funktioniert das so, dass sowohl in den tiefsten Stellen des Tanks als auch in den höchstgelegenen Löcher gebohrt werden. Dort werden dann Ventile eingebaut, damit von unten Wasser eingelassen werden und das verbliebene Öl abgepumpt werden kann. Dieses Unterfangen ist aber insbesondere dann sehr schwierig, wenn ein Wrack in großer Tiefe liegt oder in verdrehter Lage am Meeresgrund positioniert ist. Dabei ist außerdem die Gefahr groß, dass weiteres Öl austritt.

Die französischen Forscher haben in ihrem System die Öltanks einfach vorher schon mit Ventilen an der Oberfläche ausgestattet. Es ist nur mehr notwendig beim Wrack die Ventile zu suchen. Dann kann von oben her einerseits Wasser eingepumpt und dann das Öl abgepumpt werden. Im Vergleich zu den horrenden Kosten, die eine Ölkatastrophe in der Umwelt verursacht, kostet der nachträgliche Einbau von den Ventilen rund 145.000 Euro pro Schiff. Das entspricht nach Berechnungen von JLMD etwa 0,2 Prozent der Erhaltungskosten in einem Zeitrahmen von 15 Jahren.(pte)

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    Dezember 2004: Ölpest vor Alaska

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