US-Einwanderer werden mit der Zeit fettleibig

18. Dezember 2004, 11:30
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Forscher: Übergewicht eine kulturell vererbliche und "ansteckende" Krankheit

Chicago - Von den US-Einwanderern sind nur etwa acht Prozent fettleibig. 14 Jahre nach der Einbürgerung steigt diese Zahl allerdings auf 19 Prozent an, wie das Journal of the American Medical Association (JAMA) berichtet. Die Forscher schließen aus dem überraschenden Ergebnis, dass Übergewicht eine kulturell vererbliche und "ansteckende" Krankheit ist.

Mita Shanghavi Goel von der Feinberg School of Medicine an der Northwestern University in Chicago hat mit seinem Forschungsteam Daten von mehr als 32.000 Teilnehmern aus dem Jahr 2000 untersucht. 14 Prozent der Untersuchten waren Einwanderer. Insgesamt waren unter den Immigranten 16 Prozent adipös, unter den US-Amerikanern 22 Prozent. Innerhalb eines Jahres nach der Einwanderung konnten die Wissenschaftler noch keine signifikanten Veränderungen feststellen.

Offensichtlich sind fast alle Immigranten davon betroffen: egal ob aus Lateinamerika, Asien oder Weiße. Lediglich bei den schwarzen Einwanderern konnte diese Tendenz nicht festgestellt werden. Die Wissenschaftler bemerken jedoch, dass es in der Untersuchung zuwenig Datenmaterial über diese Bevölkerungsgruppe gebe. Die Forscher fordern nun, dass auch Einwanderer besser über die Folgen der Fettleibigkeit und vor allem über Ernährung aufgeklärt werden müssten. Klar werde aus den Ergebnissen, dass die Anpassung an den amerikanischen Lebensstil - zu viel und zu fettes Essen und keine Bewegung - offensichtlich auch von den Immigranten schnell übernommen wird. (pte)

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JAMA
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