Österreich-Gegner: Hart, aber nicht unbezwingbar

7. Februar 2005, 14:35
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Austria Wien tritt gegen Athletic Bilbao an, der GAK gegen Middlesbrough

Wien - Nach der Gruppen-Phase, in der es in Wien gegen Real Saragossa einen 1:0-Sieg gegeben hat, wartet auf FK Austria Magna in der Runde der letzten 32 des Fußball-Europacups abermals ein spanischer Gegner. Die Wiener zogen am Freitag bei der Auslosung in Nyon Athletic Bilbao, den achtfachen Meister. Überspringen die Violetten in der zweiten Februar-Hälfte auch diese zweifellos hohe Hürde, würde im Achtelfinale auf jeden Fallen eine pikante Aufgabe warten.

Dann wäre der Sieger aus der Partie Fenerbahce Istanbul - Real Saragossa der Gegner im Achtelfinale und viel Pikanterie mit im Spiel. Ginge es gegen die Türken, würde es ein Wiedersehen mit dem deutschen Ex-Austria-Feldherrn Christoph Daum geben. Andererseits böte sich den Iberern die Gelegenheit zu schnellen Revanche. Aber zurück zur Gegenwart: Die Austrianer nahmen die Kunde vom Los ruhig auf. Eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe, lautete ihr allgemeiner Tenor.

Millionenklub und Bestschießer

Radoslaw Gilewicz stufte die Basken, die ein Budget von 38,1 Millionen zur Verfügung haben und als jüngste eindrucksvolle Referenz ein 7:1-Schützenfest aus der Gruppen-Phase in Lüttich gegen Standard mitbringen, als "einen der schwersten Gegner, die es gegeben hat", ein. "Aber wir haben schon Spanien-Erfahrung und bewiesen, dass wir spanische Vereine - vor allem zu Hause - schlagen können." Man müsse aber bedenken, dass nun zwei Spiele bestritten werden müssen. Der Pole freut sich schon und hält einen Aufstieg durchaus für möglich.

Das 7:1 macht auch auf Lars Söndergaard Eindruck. "Gegner aus der spanischen Liga sind immer stark", meint der Däne, fügt aber hinzu: "Wir haben heuer schon bewiesen, dass wir gegen jeden Gegner bestehen können. Wir sind zwar wieder Außenseiter, aber die Chancen, eine Überraschung wie gegen Saragossa zu schaffen, sind zweifellos da", so der Trainer, dem über Athletic spontan der 33-jährige Stürmer Ismael Urzaiz einfällt.

Polster: "Kampfstark und unangenehm"

Toni Polster, der als Spieler viel Spanien-Erfahrung gesammelt hat und nun vor einer Rückkehr zu den Veilchen steht, stuft die kommende Aufgabe für seinen Stammverein als "nicht leicht" ein. "Die Basken sind kampfstark und unangenehm. Aber diese Austria braucht sich vor niemanden zu verstecken, hat die Möglichkeiten, Athletic rauszuhauen", sagte der Wiener am Freitag.

Die Spanier haben bisher acht Mal den nationalen Meistertitel (zuletzt 1983/84) gewonnen, sich nicht weniger als 24 Mal (1984) als Cup-Gewinner eingetragen und einen Supercup(1984/85) in ihre Vitrine gestellt. 1976/77 standen sie im UEFA-Cup-Endspiel, in dem es gegen Juventus Turin (0:1 und 2:1) nur auf Grund der Auswärtstorregel zum ganz großen Coup nicht reichte. Derzeit steht der 40-jährige Trainer Ernesto Valverde Tejedor in der Primera Division mit fünf Siegen, drei Remis und sieben Niederlagen (18:20 Tore) nach der 15. Runde an 13. Stelle und damit zwei Plätze hinter Real Saragossa.

Freude beim GAK

Der österreichische Doublegewinner GAK hat das UEFA-Cup-Los Middlesbrough mit Zufriedenheit zur Kenntnis genommen. "Die Fans bekommen eine starke und attraktive Mannschaft zu sehen", erklärte Trainer Walter Schachner. "Jeder Gegner wäre schwierig gewesen, aber Middlesbrough zählt zu den stärksten möglichen Kontrahenten", sagte "Schoko".

Mit britischen Mannschaften haben die Grazer in dieser Europacup-Saison schon zwei Mal Bekanntschaft gemacht: In der Champions-League-Qualifikation scheiterte man zwar gegen Liverpool, fuhr aber immerhin einen historischen 1:0-Sieg an der Anfield Road ein. In der UEFA-Cup-Gruppenphase präsentierten sich die Rotjacken auswärts gegen die Glasgow Rangers über weite Strecken ebenbürtig, ehe sie noch eine 0:3-Niederlage kassierten. Dennoch stieg der GAK im Gegensatz zu den Schotten auf.

Schoko: "40:60"

"Wir haben gegen britischen Teams heuer schon gezeigt, dass wir mithalten können", meinte Schachner, der die Chancen auf 40:60 einschätzt. "Ein großer Vorteil für Middlesbrough ist die Tatsache, dass sie im Winter durchspielen, während für uns das Hinspiel das erste Pflichtspiel des Jahres ist", gab der Coach zu bedenken.

Präsident Rudi Roth freut sich über einen "tollen Gegner, gegen den wir auch die Chance auf den Aufstieg haben. Diese Mannschaft wird auch bei den Fans ziehen."

Für Kapitän Toni Ehmann sind die Engländer sogar das Wunschlos. "Ich bin begeistert. Der britische Stil liegt uns sehr, weil viele unserer Spieler für die Premier League prädestiniert wären", sagte der Teamverteidiger.

Bekannte Namen

Ehmann bekommt es am 16./17. bzw. 24. Februar mit so hochkarätigen Offensiv-Spielern wie Hasselbaink, Viduka, Zenden oder Mendieta zu tun. Die Engländer liegen derzeit in der Premier League auf Rang fünf und qualifizierten sich durch den Sieg im Liga-Cup (2:1 gegen Bolton) für das internationale Geschäft. Es war dies der erste Titel in der 128-jährigen Vereinsgeschichte.(APA)

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