Klagenfurt: Haider erklärt Stadttheater-Finanzierung für gesichert

17. Dezember 2004, 18:11
1 Posting

Umwandlung in Landestheater, falls die Gemeinde ihren Beitrag nicht leistet

Klagenfurt - Die Finanzierung des Stadttheaters Klagenfurt ist gesichert. Das versicherte der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider am Freitag. Haider betonte, das Land habe bis zum Jahr 2009 8,659 Mio. Euro jährlich für das Stadttheater im Budget fixiert. Haider: "Das sind die 60 Prozent, die das Land zahlt, diese Vorgabe ist für die Stadt bindend." Sollte die Landeshauptstadt dazu nicht in der Lage sein, werde aus dem Stadttheater ein Landestheater.

Haider erklärte vor Journalisten in Klagenfurt, das Theater müsse die gebildeten Rücklagen von mehr als 1,1 Mio. Euro an Stadt und Land zurückführen. Der Beschluss der Stadt Klagenfurt, wonach die Stadt zusätzlich zur Erstattung der Rücklagen auch den Zuschuss zum Theaterbudget um 500.000 bis eine Million Euro kürze, "interessiert mich an sich nicht". Er stehe nach Rücksprache mit der Verfassungsabteilung des Landes auf dem Standpunkt, dass die Stadt die Finanzierungsvereinbarung für das Theater gemäß den Vorgaben des Landes erfüllen müsse.

Auslegungen

Sparen sei angesagt und notwendig, dies müsse aber behutsam erfolgen. "Ho-ruck geht nicht, man kann nicht sagen, ich gebe dir heute 14 Millionen, dann nur noch zwölf, das geht ja auch in der Wirtschaftsförderung nicht", kritisierte der Kulturreferent. Die Vorgabe des Landes sei klar definiert, die Stadt habe sich daran zu halten. Haider: "Wenn die Stadt da nicht mitkann, soll sie sich die Pleite leisten und sagen, dass wir das übernehmen." Es sei ohnehin etwas eigenartig, dass derjenige, der den kleineren Teil der Finanzierung beisteuere, als Namensgeber des Theaters fungiere.

Die auf Antrag von Klagenfurts FP-Kulturstadtrat Vzbgm. Mario Canori beschlossene Kürzung könne zudem "unterschiedlich interpretiert werden", sagte Haider. Es könnte ja auch das vom Theater an die Stadt zurückfließende Geld aus den Rücklagen "diese Einsparung darstellen". Haider kündigte an, er wolle in den kommenden Jahren mit der Stadt einen neuen Finanzierungsvertrag aushandeln. Das Ziel dabei: Der Anteil des Landes soll von 60 auf 50 Prozent gesenkt werden. Zudem soll das Theater in eine GmbH und der Theaterausschuss in einen Aufsichtsrat umgewandelt werden. Damit würde es klare Verantwortungen geben, sagte der Landeshauptmann.

Sparstift

Theaterintendant Dietmar Pflegerl werde aber auch in seinem Verantwortungsbereich Einsparpotenziale realisieren müssen, meinte Haider. Entsprechende Unterlagen seien dem Theater bereits zur Verfügung gestellt worden. Der Intendant sei angehalten, die "Kostenexplosion" bei den Produktionen einzubremsen, forderte der Landeshauptmann. Allerdings wolle er keine Detailvorgaben machen, sondern lediglich den Rahmen abstecken. Auf jeden Fall stehe man aber dazu, dass die hohe künstlerische Qualität am Stadttheater gehalten werden müsse: "Dazu bekenne ich mich." (APA)

Share if you care.