"Babys müssen sich im Schlaf bewegen"

20. Dezember 2004, 09:30
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Ärztin empfiehlt Eltern, ihr Kind mehr in Ruhe schlafen zu lassen und so die Entwicklung zu fördern

Kairo - Wer die geistige und körperliche Entwicklung seines Babys fördern will, sollte nicht immer gleich aufgeregt zum Bettchen laufen, nur weil das Kind im Schlaf strampelt oder kurz die Augen öffnet. "Babys müssen sich im Schlaf bewegen, weil sie schlafend ihre Muskeln trainieren und wichtige Bewegungen üben können", erklärte Professorin Annette Karmiloff-Smith, Autorin zahlreicher Bücher zur frühkindlichen Entwicklung.

Außerdem wälzten sich Babys oft unruhig im Bett, wenn sie es vom leichten in den tiefen Schlaf wechselten. "Dabei darf man sie auf keinen Fall stören", betonte die Ärztin, "denn Kinder, die längere, regelmäßige Schlafphasen haben, sind anderen Kindern in ihrer geistigen, körperlichen und sozialen Entwicklung voraus".

Training im Schlaf

"Für Säuglinge ist es noch wichtiger als für Erwachsene, dass sie Schlafphasen zu bestimmten Zeiten haben, weil sie sich nur im Schlaf auf eine Sache konzentrieren können, während sie im Wachzustand ständig von anderen Eindrücken abgelenkt werden, die alle gleichzeitig auf sie einströmen", erklärte die Wissenschaftlerin vom Institute of Child Health in London.

Wenn ein Kind beispielsweise ein neues Spielzeug entdecke, würden sinnliche Eindrücke wie "glatte Oberfläche, rote Farbe, eckige Form" erst einmal an verschiedenen Stellen im Gehirn gespeichert. "Erst im Schlaf stellt das Baby dann die Verbindung her". Schon der Fötus nutze den Schlaf für Übungen, betonte sie. So sei festgestellt worden, dass die ersten Atemübungen gegen Ende der Schwangerschaft nur im Schlaf erfolgten.

Schlafenszeit

Um dem Kind beizubringen, dass es vor allem nachts schlafen soll, ist es laut Karmiloff-Smith sehr wichtig, beim nächtlichen Stillen nicht mit dem Kind zu sprechen und den Blickkontakt mit dem Säugling zu vermeiden. "Nur so kann er verstehen, dass dies die Schlafenszeit ist." Vor den ersten Tests an Säuglingen hatten Wissenschaftler das Schlafverhalten von Vogelküken untersucht und festgestellt, dass Küken, denen der Gesang der Mutter vorgespielt wurde, diesen viel besser imitieren konnten, wenn sie zwischendurch schlafen konnten. (APA/dpa)

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