"Ärzte ohne Grenzen" zieht sich aus Kayna zurück

21. Dezember 2004, 10:03
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Hilfsorganisation: Fast die ganze Bevölkerung der Stadt Kanyabayonga auf der Flucht

Kinshasa/Wien - Aufgrund der Kämpfe im Norden der Region Kivu der Demokratischen Republik Kongo hat sich ein Team der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans frontieres, MSF) am Mittwoch aus der Stadt Kayna zurückgezogen. Das teilte MSF am Freitag in einer Presseaussendung mit. Am Tag vor dem Rückzug seien wiederholt Fahrzeuge der Organisation von Truppen gestohlen worden. Das habe die Sicherheit der Teams gefährdet, ihre Anerkennung als neutrale Akteure aufs Spiel gesetzt und den Nothilfeeinsatz massiv erschwert.

Nothilfeprogramm

Zuvor habe das Team aus Kayna noch ein Nothilfeprogramm für Menschen eingerichtet, die vor den Kämpfen geflohen sind, die seit Tagen um die Stadt Kanyabayonga wüten. Praktisch die ganze Bevölkerung dieses Ortes, 35.000 Menschen, seien in die Flucht getrieben worden, zum größten Teil in Richtung Kayna und Kirumba, teilte MSF weiter mit. Die Organisation werde die Arbeit in Kayna so schnell wie möglich wieder aufnehmen. Dazu sei es notwendig, dass die verschiedenen bewaffneten Gruppen die Neutralität humanitärer Hilfe respektierten.

In anderen Regionen der Demokratischen Republik Kongo sind Teams von Ärzte ohne Grenzen laut Presseaussendung nach wie vor im Einsatz. In der Provinzhauptstadt von Ituri, Bunia, sind unter anderem drei Österreicher stationiert. (APA)

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