UNICEF: 4.000 Kindersoldaten demobilisiert

22. Dezember 2004, 11:27
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Entspricht rund der Hälfte aller Kindersoldaten im Land - Programm soll ausgeweitet werden

Kabul/Wien - Rund 4.000 Kindersoldaten sind in Afghanistan nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) in diesem Jahr demobilisiert worden. Damit habe das Wiedereingliederungsprogramm seit seinem Start im Februar 2004 etwa die Hälfte aller minderjährigen Kämpfer erreicht, hieß es in einer Presseaussendung.

Die Buben im Alter von 14 bis 17 Jahren seien in insgesamt 15 Provinzen im Norden und Osten des Landes sowie in Zentral-Afghanistan zunächst registriert worden und hätten dann ein spezielles Ausbildungsprogramm durchlaufen, das sie auf das zivile Leben vorbereite, teilte UNICEF mit. Viele hätten bereits Arbeitsmöglichkeiten gefunden. Das Programm sei zusammen mit lokalen Behörden und verschiedenen Nichtregierungsorganisationen realisiert worden.

Zwangsrekrutierungen

UNICEF hofft laut der Aussendung, das Programm auch auf Provinzen im Süden, Westen und Südosten des Landes auszuweiten. Es laufe parallel zur allgemeinen Demobilisierung von Soldaten in Afghanistan und werde unter anderem mit Spenden und Regierungsbeiträgen aus Deutschland, den USA, Schweden und Japan finanziert.

In dem mehr als zwei Jahrzehnte dauernden Bürgerkrieg in Afghanistan setzten UNICEF zufolge alle Kriegsparteien Kinder und Jugendliche als Kämpfer ein. Die meisten seien zwangsrekrutiert worden. Fast 90 Prozent von ihnen hätten nie eine Schule besucht oder einen Beruf gelernt. (APA)

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