Notstandshilfe für Frauen bei 475 Euro

17. Dezember 2004, 12:44
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Armutskonferenz fordert Umwandlung in eine existenzsichernde Leistung und weist auf die krankmachenden Aspekte von Armut hin

Wien - Die Armutskonferenz weist in einer Aussendung am Freitag erneut daraufhin, dass die durchschnittliche Notstandshilfe von Frauen 475 Euro monatlich beträgt. Dieser Betrag liegt damit unter dem Ausgleichzulagen-Richtsatz von 653 Euro. Insgesamt würden immer mehr Menschen unter der Armutsgrenze leben. Das Netzwerk erinnerte auch daran, dass Armut krank macht: ein Drittel der Betroffenen weise einen mäßigen bis schlechten Gesundheitszustand auf. Die Notstandshilfe in eine verbesserte Arbeitslosenleistung umzuwandeln, sei notwendig.

Umwandlung in Mindestsicherung

Darüber hinaus sei es angebracht, die Sozialhilfe in eine Mindestsicherung umzuwandeln. Im Gegensatz zum Schauspieler-Ehepaar Barbara Wussow und Albert Fortell, die wegen Notstandshilfe-Bezug in die Schlagzeilen geraten sind, würden immer mehr Menschen "als unfreiwillige ICH-AGs" unter der Armutsgrenze leben. Laut Sozialbericht würden in Österreich bereits 57.000 Menschen als "working poor" ihr Dasein fristen. Durch die prekären Beschäftigungsverhältnisse und zunehmenden Billigjobs seien sie unfreiwillig selbstständig tätig.

Keine Krankenversicherung

Da die Sozialhilfe und die Notstandshilfe für die Armutskonferenz Armut nicht vermeidet, sei eine Umwandlung in existenzsichernde Sozialleistungen eine notwendige Maßnahme. Wenn die Schwächen der Sozialhilfe in die Notstandshilfe importiert werden würden - wie diskutiert, aber bisher nicht umgesetzt wurde - würde sich die Situation der Betroffenen noch weiter verschlechtern. Durch die Sozialhilfe ist man nicht krankenversichert, zudem kritisierte die Armutskonferenz wiederholt den "Almosencharakter" dieser Leistung. (APA)

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    Der Ausgleichzulagen-
    Richtsatz von 653 Euro wird mit der aktuellen Notstandshilfe für Frauen deutlich unterboten.
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