Handy als Funkgerät: Kriminalpolizei Wien testet Push-to-Talk-Geräte

29. Dezember 2004, 10:52
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Funktionen des Walkie-Talkie am Mobiltelefon - Bereits 55 Festnahmen mit Handy-Unterstützung

Eine neue Handy-Technologie, die Gespräche auf Knopfdruck ermöglicht, hilft der Wiener Polizei bei Ermittlungen. Das so genannte Push-to-Talk bringt Walkie-Talkie-Funktionen auf das Mobiltelefon. Die Wiener Kriminalpolizei testet derzeit 15 derartige Geräte von mobilkom austria, berichtete das Unternehmen am Freitag. In einem Monat habe es bereits 55 Festnahmen mit Handy-Unterstützung gegeben.

'Buddy List'

"Durch Drücken eines Sprechknopfes am Handy wird eine Verbindung zu einem oder mehreren Teilnehmern einer 'Buddy List' - eines übersichtlichen Adressverzeichnisses - aufgebaut", erklärte Hannes Ametsreiter von mobilkom. Auf Knopfdruck stehe die Verbindung, der Empfänger hört die Nachricht sofort am Handy-Lautsprecher ohne abheben zu müssen. Gesprochen wird abwechselnd bei gedrücktem Push-to-Talk-Button. Die Funktionalität kann auch stumm oder ausgeschaltet werden.

Kampf gegen Drogenhandel

Die Technologie hilft beim Kampf gegen den Drogenhandel. "Wir benutzen die Push-to-Talk-Handys während des gesamten Einsatzes, von der Observation bis zur Festnahme des Täters", sagte Major Wolfgang Preiszler vom Kriminalamt Wien. "Die Geräte werden auch auf offener Straße verwendet, besonders aber in geschlossenen Gebäuden wie U-Bahn-Stationen oder Kellern, wo herkömmlicher Funk einfach nicht mehr funktioniert."

"Wir haben die Geräte seit 12. November im Einsatz.

Ein weiterer Vorteil: "Sie sind unauffällig. Heute benutzt praktisch jeder Handys oder Headsets. Bei Observationen ist das sehr hilfreich." Preiszler weiter: "Wir haben die Geräte seit 12. November im Einsatz. Seitdem gelangen uns 55 Festnahmen mit Unterstützung von Push-to-Talk."

Push-to-Talk "eine Übergangslösung

Der Einsatz der Push-To-Talk-Handys ist ein Feldversuch der Wiener Kriminalbeamten, betonte am Freitag Rudolf Gollia, Sprecher des Innenministeriums. Das Ministerium arbeite weiter "mit Hochdruck" an der Entwicklung des Blaulichtfunknetzes Tetra.

"Dieses System erfüllt andere Anforderungen als Push-to-Talk", so Gollia. Der Experte hob vor allem die Sicherheitsfeatures bei der Übertragung von Daten und Sprache hervor. Push-to-Talk sei eine "Übergangslösung". (APA)

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