Lutz soll Gehälter vorenthalten haben

17. Dezember 2004, 20:10
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AK: Möbelkette hat geringfügig beschäftigten Mitarbeitern Sonderzahlungen nicht ausbezahlt

Wien - Die Möbelkette Lutz hat laut Arbeiterkammer Niederösterreich geringfügig beschäftigten Mitarbeitern Sonderzahlungen wie etwa das 13. und 14. Monatsgehalt vorenthalten.

Gegenüber dem "Kurier" räumte Lutz-Chef Hans Jörg Schelling in Einzelfällen falsche Abrechnungen ein, wies den Vorwurf, dass dahinter System stecke, aber zurück.

Allein in Niederösterreich soll es rund 25 Fälle geben, die stets nach demselben Muster abgelaufen seien: "Man lässt die geringfügig Beschäftigten regelmäßig und meist an Samstagen arbeiten. Obwohl sie somit in einem unbefristeten Dienstverhältnis stehen, bekommen sie weder Urlaub noch Sonderzahlungen", so ein AK-Arbeitsrechtsexperte zum "Kurier".

Spitze des Eisbergs

Diejenigen, die sich bei der AK gemeldet haben, seien aber nur die Spitze des Eisbergs. Lutz soll allein in Niederösterreich heuer rund 700 Personen geringfügig beschäftigt haben. Zudem müssten geringfügig Beschäftigte Erklärungen unterzeichnen, dass sie auf alle Forderungen gegen Lutz verzichten - das sei, so der AK-Experte, rechtlich nichtig.

Um die Probleme zu klären, wurde am Lutz-Sitz in Wels eine zentrale Stelle für Beschwerden und Informationen eingerichtet. Außerdem soll die Personalverrechnung alle geringfügig Beschäftigten auf eventuelle Ansprüche durchchecken.

Gespräche mit AK Niederösterreich noch vor Weihnachten

Auf die Forderung der AK, alle offenen Ansprüche seit 2002 zu begleichen, kündigt der Lutz-Chef an, dass man sich "rechtskonform" verhalten werde. Die Verfallsfrist für Ansprüche beträgt allerdings nur sechs Monate. Schelling will sich nun "noch vor Weihnachten" mit Staudinger treffen.

Schaden von 2,4 Millionen Euro möglich

Die AKNÖ wirft dem Möbelhaus vor, es habe keine Lohnfortzahlung während des Urlaubs, keinen Urlaubszuschuss und keine Weihnachtsremuneration gegeben. Pro Arbeitnehmerin ergab sich laut AKNÖ daraus ein Schaden von bis zu 948,57 Euro für das Jahr 2004.

Da diese Praxis nachweislich seit drei Jahren gehandhabt worden sein soll, hatten die Arbeitnehmervertreter in einem Brief vom 3. Dezember die Lutz-Geschäftsführung aufgefordert, alle zu Unrecht einbehaltenen Gehälter bis zu Weihnachten auszubezahlen. Da im Lutz-Konzern mit seinen 49 Standorten bis zu 2.530 geringfügig Beschäftigte betroffen sein können, schätzt die AKNÖ den möglichen Schaden auf knapp 2,4 Mio. Euro. (APA)

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