Ein für Frauen explizit gewidmeter Raum

20. Jänner 2002, 19:06
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Der kosmos frauen.raum wird momentan vom Baustopp bedroht.

Trotz von Regierungsseite teilweise zugesagter Unterstützung kommt die nötige Auszahlung, um aus der Baustelle eine professionelle Kulturstelle zu schaffen, im März nicht zu Stande. Trotzdem lassen sich die Frauen dieses Projektes nicht beirren. An der offiziellen Eröffnung der Aufführungs- und Kommunikationsstätte am 15. Mai wird festgehalten und um die Finanzierung gekämpft.

Dort wo früher das Kosmos-Kino, in Wien 7 in der Siebensterngasse 42, zum Besuch eingeladen hat ist der kosmos frauen.raum im Entstehen. Der erste erfolgreiche Probebetrieb fand am diesjährigen internationalen Frauentag, 8. März, statt.

In mehreren Etagen entstehen Räume für Aufführungen, Diskussionen, Interviewrunden (Thema zum Tee). Andere Veranstaltungen sind geplant u.a. wird auch für Pressekonferenzen, Tagungen und Event-Marketing Platz geschaffen werden.

Eine jährlich fünfteilige Zyklenreihe soll inhaltliche Richtlinien für Veranstaltungen vorgeben.

Zwei Cantinettas und eine Bar ergänzen den kosmos frauen.raum kulinarisch. Auch an eine Kinderbetreuungseinrichtung für BesucherInnen wurde gedacht. Und analog zur Ungleichbehandlung der Einkommenssituation von Frauen im Vergleich zu Männern, werden den Frauen 36 Prozent Ermäßigung bei Eintrittspreisen eingeräumt.

Wozu das Ganze:

Zum Ziel hat die Schaffung dieses Treffpunkts die Kulturszene von Frauenseite her zu beleben. Damit sollen Frauen, als Ausführende, gefördert und gefordert sein.

Einmal pro Monat ist "offene Bühne für jedefrau" geplant. Der Raum wird dann kostenlos zur Verfügung gestellt. Anmeldungen erfolgen beim kosmos frauen.raum.

Herstory

Hervorgegangen ist der kosmos frauen.raum aus dem Verein LINK, der Anfang 1997 ins Leben gerufen wurde. Obfrau Barbara Klein, Schauspielerin sowie Kabarettistin und von 1992 bis 1996 kommerzielle und künstlerische Leiterin des Kabarett "Niedermayer" in Wien hatte die grundsätzliche Idee: "Einen Raum zu besitzen wo Frauen Kunst schaffen können."

Vorerst kam es aber eher nur zum Besetzen als zum Besitzen von Räumen. 1998, die Besetzung (Rundumdieuhr-Bespielung mit Kunst-Aktionen) des als Spielstätte zuerst zugesagten, dann wieder anders gewidmeten Rondellkinos, im selben Jahr dann auch die Büroräume des damaligen Kulturstaatssekretärs Peter Wittmann.

Am 1. Juli 1999 wurde dann der Mietvertrag für das ehemalige Kosmos-Kino unterzeichnet. Seither gibt es kosmos frauen.raum. Der als G.m.b.H. geführt ist.

Der Frauen-Verein LINK besteht, laut Obfrau Barbara Klein, derzeit aus 20 Frauen im engeren Kreis der Angehörigen. Und mittlerweile sind die 5000 UnterstützerInnen für LINK auch für kosmos .frauenraum relevant geworden.

Situation März 2000:

Ein Baustopp, der nun durch Zögern verantwortlicher Politiker und Politikerinnen hervorgerufen wird, könnte dieses Projekt in arge finanzielle Nöte bringen. Immerhin geht es, laut LINK, um die Zusage der Auszahlung eines Fehlbetrags von 2,8 Millionen Schilling.

Angesprochen sind Sozialministerium und BKA-Kunst, die bisher scheint es nur zögerlich reagierten. Barbara Klein zu dieser Lage: "Diese Aktion sehen wir als politische Blockade von Frauenprojekten. ... Wir fordern die auch von Frauen einbezahlten Steuergelder für Frauenprojekte." Hoffnungen bestehen, dass aus der Baustelle eine Spielstätte wird. Wie lang es dauern wird, ist eine andere Frage.

Kontaktaufnahme

Um Kosmopolitin (Angehörige/UnterstützerIn des kosmos frauen.raums) werden zu können, gibt es nähere Informationen bei der Hotline: 01-581 30 44

oder unter www.kosmos.frauenraum.at.

Die kosmos.frauen schrift und zukünftige Kartenbestellungen unter Tel.: 01-523 12 26

Brigitta Bernart-Skarek für dieStandard.at

Teil 1 der Serie Frauenprojekte in Österreich - März 2000
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