Streit um Weihnachtsgeld bei Möbel Lutz

17. Dezember 2004, 19:38
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Möbelfirma hat geringfügig Beschäftigten Sonderzahlungen vorenthalten

Wien - Die Möbelkette Lutz hat laut Arbeiterkammer Niederösterreich geringfügig beschäftigten Mitarbeitern (unter 316,19 Euro Monatseinkommen) Sonderzahlungen wie etwa das 13. und 14. Monatsgehalt vorenthalten, berichtet der "Kurier".

Lutz-Chef Hans Jörg Schelling räumt in Einzelfällen falsche Abrechnungen gegenüber der Zeitung ein, weist den Vorwurf, dass dahinter System stecke, aber zurück. Der Lutz-Chef kündigt an, nun alles zu überprüfen.

Allein in Niederösterreich soll es rund 25 Fälle geben, die stets nach demselben Muster abgelaufen seien: "Man lässt die geringfügig Beschäftigten regelmäßig und meist an Samstagen arbeiten. Obwohl sie somit in einem unbefristeten Dienstverhältnis stehen, bekommen sie weder Urlaub noch Sonderzahlungen", so AK-Arbeitsrechtsexperte Wolfgang Massl.

Verzichtserklärungen

Diejenigen, die sich bei der AK gemeldet haben, seien aber nur die Spitze des Eisbergs. Lutz soll in Niederösterreich heuer schon rund 700 Personen geringfügig beschäftigt haben. Zudem müssten geringfügig Beschäftigte Erklärungen unterzeichnen, dass sie auf alle Forderungen gegen Lutz verzichten - das sei, so Massl, gegen die guten Sitten und rechtlich nichtig.

Um die Probleme zu klären, wurde am Lutz-Sitz in Wels bei der Lohnverrechnung eine zentrale Stelle für Beschwerden und Informationen. Außerdem soll die Personalverrechnung alle geringfügig Beschäftigten auf eventuelle Ansprüche durchchecken. Schelling kündigt an, dass Fehler berichtigt würden. Auf die Forderung der AK, alle offenen Ansprüche seit 2002 zu begleichen, kündigt er an, dass man sich "rechtskonform" verhalten werde. Die Verfallsfrist für Ansprüche beträgt allerdings nur sechs Monate. (APA)

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