Scharfe Kritik an Todesurteil für junge Iranerin

27. Dezember 2004, 10:50
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Nach Plassnik reagiert auch Frauenministerin Rauch-Kallat auf Verurteilung von behinderter Frau

Wien - Nach Außenministerin Ursula Plassnik hat am Donnerstag auch Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (beide V) auf das Todesurteil gegen eine junge geistig behinderte Iranerin reagiert. "Menschenrechtsverletzungen, wie jene im Fall der 19-jährigen Leyla M., sind auf das Schärfste zu verurteilen", sagte Rauch-Kallat laut einer Aussendung des Ministeriums für Gesundheit und Frauen.

"Für Rechte der Frauen einsetzen"

Das Bestreben aller Staaten auf dieser Welt müsse es sein, die Menschenrechte und die Würde der Menschen zu bewahren; das gelte besonders für Frauen, die in vielen Länder immer noch benachteiligt seien, so Rauch-Kallat. Sie habe sich bisher und werde sich auch in Zukunft, wo immer es nötig sei, für die Rechte der Frauen einsetzen.

Am Mittwoch hatte Außenministerin Plassnik angekündigt, sich für ein gemeinsames Vorgehen der EU gegenüber den iranischen Behörden einzusetzen, um die Aussetzung der Todesstrafe für Leyla M. zu erreichen. Sie reagierte damit auf die Aufforderung der SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek an die Regierung, sich zu dem Fall zu äußern.

"Vergehen gegen die Keuschheit"

Die bereits als Kind zur Prostitution gezwungene 19-jährige Leyla M. war nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international wegen "Vergehen gegen die Keuschheit" zum Tode verurteilt worden. Die junge Frau habe inzwischen alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Ihr werde unter anderem vorgeworfen, Sex mit Verwandten gehabt und außereheliche Kinder, teilweise nach Vergewaltigungen, zur Welt gebracht zu haben. Mehrmals sei sie von ihrer Familie an andere Männer verkauft worden. (APA)

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