Verletzte nach Demonstrationen in Saudiarabien

17. Dezember 2004, 16:40
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Männer und Frauen folgten Ruf des Oppositionellen Saad Al-Fikki und protestierten für einen Regimewechsel

Riad - Saudiarabische Sicherheitskräfte haben am Donnerstag in der Hafenstadt Jeddah auf Demonstranten geschossen, die für einen Regimewechsel im Königreich auf die Straße gegangen waren. Nach Angaben von Augenzeugen wurden dabei mehrere Menschen verletzt. Einige der Protestierer sollen zuvor vor einer Moschee randaliert haben. In der Hauptstadt Riad nahm die Polizei Dutzende von Demonstranten fest, die ebenfalls dem Aufruf des in London lebenden Oppositionellen Saad al-Fikki gefolgt waren.

100 Frauen beteiligt

In Riad hatten die Sicherheitskräfte mit Straßensperren und verstärkten Kontrollen versucht, den Protest zu unterbinden. An den Demonstrationen in Riad und Jeddah nahmen laut Augenzeugen auch insgesamt rund 100 Frauen teil. Dies ist in dem islamischen Land ungewöhnlich. Friedliche Protestaktionen gab es auch vor Regierungsgebäuden in den Provinzstädten Tobuk und Hail.

Saudiarabien ist eine absolute Monarchie. Demonstrationen sind in dem streng islamischen Königreich (wahhabitischer Ausprägung) verboten. Bereits im Oktober 2003 waren Hunderte von Menschen einem ähnlichen Aufruf Al-Fikkis gefolgt. 154 Demonstranten waren damals festgenommen worden. (APA/dpa)

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