Todesfall bei Castor-Transport: Kein Strafverfahren

17. Dezember 2004, 19:38
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Atomzug überrollte angeketteten Studenten - Für Polizei führten Unvorsichtigkeiten und Fehleinschätzungen zu tödlichem Unfall

Nancy - Unvorsichtigkeiten und Fehleinschätzungen haben am 7. November zu dem tödlichen Unfall bei einer Protestaktion gegen den Castor-Atommülltransport im lothringischen Avricourt geführt. Das habe der Untersuchungsbericht der Polizei zum Tod des 22-jährigen Studenten Sebastien Briat ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Nancy mit. Eine Strafverfolgung werde es nicht geben.

Zug überrollte den Studenten

Der Mann hatte sich mit Freunden an die Bahnstrecke gekettet, um den Transport in das niedersächsische Gorleben aufzuhalten. Der Zug überrollte den Studenten. Die Angeketteten hatten sich laut Staatsanwaltschaft in der tatsächlichen Fahrzeit des Zuges geirrt und waren dem Hinweis anderer Atomkraftgegner gefolgt, der Transport komme "in 20 Minuten", während er nur noch sieben Minuten entfernt gewesen sei. Ihre Funksprechgeräte hätten nicht funktioniert. Der Castor-Konvoi sei währenddessen mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 98 Stundenkilometern gefahren, hieß es.(APA)

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