Pröll plädiert für Technologie-Transfer zum Klimaschutz

2. Februar 2005, 20:15
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Rolle des Privatsektors unterstrichen - Regierungen könnten aber sehr wohl Unterstützung bieten

Buenos Aires - Umweltminister Josef Pröll (V) stellt das Thema Umwelt-Technologien bei der UNO-Klimakonferenz in den Mittelpunkt. "Der Transfer von Klima-freundlichen Technologien zwischen Industrie- und Entwicklungsländern stellt für eine langfristige Strategie gegen den Klimawandel und zur Reduktion von Treibhausgasen ein Schlüsselelement dar", sagte der Ressortchef in seiner Rede im Rahmen einer Arbeitsgruppen-Sitzung zum Thema "Technologie und Klimawandel". Der Schwerpunkt sollte dabei auf innovative Energieprojekte gelegt werden.

Industrieländer befinden sich noch am Beginn eines Transformationsprozesses, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Das häufigste Problem sei, dass viele der relevanten Umwelt-Technologien auf dem Markt gegenüber konventionellen Technologien noch nicht wettbewerbsfähig seien, sagte Pröll. Es gebe aber eine Reihe von Möglichkeiten, um dem entgegen zu wirken - etwa Steuerbegünstigungen, bevorzugter Zugang zu "grünem" Strom oder den Emissionshandel. Österreich habe gemeinsam mit den anderen EU-Ländern bereits positive Erfahrungen mit derartigen Elementen zur Erreichung des Kyoto-Zieles gemacht. Erste Erfolge seien in den Bereichen Windenergie und Biomasse sowie im Einsatz innovativer Technologien im Bausektor zu verzeichnen.

Die Rolle des Privatsektors

"Technologie-Transfer ist essenziell für die Zukunft, der Großteil der Aktivitäten muss jedoch aus dem Privatsektor kommen", betonte Pröll. Regierungen könnten aber sehr wohl Unterstützung bieten, etwa durch Klimaschutz-Projekte im Ausland, also der Nutzung des so genannten Clean Development Mechanism. CDM stelle ein besonders geeignetes Instrument dar, um Technologien zur Vermeidung von Treibhausgasen von Industrieländern in Entwicklungsländer zu transferieren. So werde Österreich ab 2006 36 Mio. Euro pro Jahr in den Ankauf von CO2-Zertifikaten im Rahmen des JI/CDM-Projektes investieren, erläuterte Pröll.

Besonders wichtig in Bezug auf den Technologiewandel sei, dass der Schwerpunkt auf innovative Energieprojekte gelegt werde anstatt auf Technologien, die etwa auf die Abscheidung und Speicherung von CO2-Emissionen abzielen, zumal deren Langzeiteffekte ungewiss seien, hieß es.(APA)

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    Josef Pröll

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