GAK: "Nicht zu träumen gewagt"

20. Dezember 2004, 13:34
10 Postings

Die Grazer jubeln nach UEFA-Cup-Aufstieg über Jahr der Superlative - Präsident Roth: "Der beste GAK, den ich je gesehen habe"

Graz - Im Lager des österreichischen Fußball-Doublegewinners GAK waren nach dem 2:0-Heimsieg am Mittwoch gegen AZ Alkmaar und dem damit verbundenen Aufstieg in die UEFA-Cup-Runde der letzten 32 Superlative gefragt. "Das war der beste GAK, den ich je gesehen habe, und das in einem der wichtigsten Spiele des Jahres. Wir haben etwas geschafft, was ich in meinen kühnsten Träumen nicht zu träumen gewagt habe", jubelte Klub-Präsident Rudi Roth und sprach von einem "Jahrhundertspiel zum Abschluss eines Jahrhundertjahrs". Trainer Walter Schachner bezeichnete sich schlicht als "glücklichsten Menschen".

Bittere erste Pleite für Alkmaar nach 19 Pflichtspielsiegen

Bei sämtlichen Beteiligten herrschte nach Schlusspfiff große Euphorie, überwintern die Grazer doch erstmals in der Vereinsgeschichte im Europacup. Der Erfolg über Alkmaar war der erste der "Rotjacken" im siebenten Anlauf gegen niederländische Vereine und gleichzeitig die erste Niederlage des aktuellen Tabellen-Zweiten der Ehrendivision nach 19 Pflichtspielen. "Der Sieg war verdient, denn die Mannschaft hat sich genau an die taktischen Vorgaben gehalten. Die Niederländer haben gut gespielt, aber wir haben ihnen keine Räume gelassen", lobte Schachner seine Schützlinge.

Dabei hatte "Schoko" vor der Partie noch leise Zweifel gehabt, ob die Mannschaft nach einer langen Saison noch einmal körperlich und geistig zu einer Glanzleistung im Stande sei. "Ein bisschen Angst war da, dass vielleicht schon die Luft draußen ist. Schließlich kostet es viel Kraft, die Räume eng zu machen." Die Sorgen erwiesen sich jedoch als völlig unbegründet. "Wir haben heute einfach alles richtig gemacht."

Während für die Grazer die Herbstsaison auf internationalem Parkett den absoluten Höhepunkt in der Vereinshistorie markiert, wird eine erfolgreiche Titelverteidigung in der heimischen Meisterschaft ein äußerst schwieriges Unterfangen. "Aber darüber will ich jetzt gar nicht nachdenken. Wir versuchen, uns optimal auf das Frühjahr vorzubereiten und denken von Spiel zu Spiel", lautet die Devise von Schachner.

Kein Wunschgegner

Einen Wunschgegner für die Auslosung am Freitag hat der Meistermacher nicht. "Ich brauche kein Christkind mehr, ich habe in diesem Jahr schon alles bekommen", sagte der Coach. "Aber Dnjepr muss es nicht unbedingt sein." Als Tabellendritter bekommen die Grazer einen Gruppensieger zugelost, mögliche Kontrahenten sind unter anderem VfB Stuttgart, Middlesbrough, oder Lille.

Mit Unterstützung durch neue namhafte Spieler darf Schachner in der kommenden UEFA-Cup-Runde nicht rechnen. "Wir haben so eine gute Mannschaft, da brauchen wir gar keine Neuen", tönte Roth. Neben dem präsidialen Vertrauen in den aktuellen Kader dürfte aber für die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt auch die Tatsache eine nicht unwesentliche Rolle spielen, dass der GAK in der laufenden Europacup-Saison trotz der Erfolge relativ wenig verdient hat. Das könnte sich nun ändern: "Wir hoffen auf einen großen Verein, den wir in Graz biegen können", so Roth.

Wertvolle Punkte für UEFA-Rangliste

Der Klub-Boss vergaß auch nicht, die nationale Bedeutung des Erfolgs hervorzuheben. "Wir haben für den österreichischen Fußball Großes geleistet", meinte Roth und hat damit völlig Recht: Durch die zwei zusätzlichen Punkte, die für die UEFA-Rangliste 0,5 Zähler Wert sind, schob sich Österreich in der Fünfjahreswertung vorbei an Russland und Israel auf Platz 14 nach vor und hat damit in der Saison 2006/07 zwei Champions-League-Quali-Plätze so gut wie sicher. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Perfekter Abschluss eines (fast) perfekten Jahres für die Grazer Rotjacken.

Share if you care.