RFW: "Regionales Bankensterben" droht

9. Februar 2005, 16:17
posten

Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender fordert, dass Basel II nur auf international agierende Banken angewendet wird

Wien - Der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) übte am Mittwoch herbe Kritik am Basel II-Akkord, das 2007 als EU-Richtlinie auch in Österreich wirksam werden wird. RFW-Vizevorsitzender Matthias Krenn fordert, Basel II sollten "die Giftzähne gezogen werden".

Konkret denkt Krenn an die Beschränkung der Basel II-Bestimmungen auf Banken, die im internationalen Kreditgeschäft stehen. "Die regionalen Banken treibt eine solche Überregulierung in den Ruin, was wiederum die Mittelstandfinanzierung massiv gefährdet", meint Krenn.

Ein-Millionen-Grenze als "Augenauswischerei"

Die in Basel II vorgesehene Begünstigung für Kredite unter der Ein-Millionen-Euro-Grenze sieht Krenn als "Augenauswischerei". Denn Basel II sehe vor, dass Kredite bis zu dieser Grenze 0,2 Prozent des Gesamtkreditvolumens einer Bank nicht überschreiten dürfen. "Das sind bei kleinen Kreditinstituten meist nur an die 20 000 Euro", sagt Krenn. Alle anderen Kredite dürften dann nur noch von Großbanken vergeben werden.

"Gefahr für KMU"

Die Bankenlandschaft in Österreich wie auch in Deutschland lasse sich kaum mit denen der übrigen EU-Länder vergleichen, das sie stärker auf regionalen Banken aufbaue. Diese würden durch die "enormen administrativen Aufgaben" überfordert, ein "regionales Bankensterben" werde die Folge sein, so Krenn. Dadurch seien wiederum die heimischen Unternehmen gefährdet. (red)

Share if you care.