150-Kilometer-Eisberg droht Antarktis-Forscher und Pinguin-Kolonien abzuschneiden

22. Dezember 2004, 12:24
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"B15A" ist eigentlich nur mehr ein Überrest eines 2000 abgebrochenen Gigant-Eisbergs - doch immer noch problematisch

Wellington - Ein riesiger Eisberg könnte in der Antarktis zehntausende Pinguine bedrohen. Der 150 Kilometer lange und 25 Kilometer breite Eisblock könnte zwei Pinguin-Kolonien mit rund 50.000 Brutpärchen gefährden, sagte der Zoologe John Cockrem von der neuseeländischen Massey-Universität.

Sie müssten wegen des Eisbergs zur Nahrungssuche 60 Kilometer nach Norden ausweichen. Antarktis-Experten warnten außerdem, der Koloss habe Luft- und Wasserströme so verändert, dass das Packeis auf dem McMurdo Sound nicht so aufbricht wie gewöhnlich. Die McMurdo-Route ist der wichtigste Zugang zu einer neuseeländischen, einer italienischen und einer US-Forschungsstation. Diese könnten also unzugänglich werden.

Der Leiter der neuseeländischen Forschungsstation, Julian Tangaere, warnte allerdings am Donnerstag vor Panikmache. Der Eisberg bewege sich nur mit zwei bis drei Stundenkilometern auf das Meer hinaus. Es bleibe also ein ausreichend breiter Wasserspalt zum offenen Ozean. Nun müsse beobachtet werden, wie sich die Situation weiter entwickele. Der B15A getaufte Eisberg ist ein Überrest eines der größten jemals beobachteten Eisberge. Er brach im Jahr 2000 von der so genannten Ross-Eisscholle ab und spaltet seit dem vergangenen Jahr immer weiter auf. (APA)

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    Die Entwicklung der letzten Monate auf Aufnahmen der NASA

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