Frauen in Informationstechnologie-Berufen die Minderheit

29. Dezember 2004, 10:56
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Neue Studie veröffentlicht - In Österreich sind es rund 14 Prozent

Frauen sind in Informationstechnologie (ICT)-Berufen nach wie vor in der Minderheit. Das bestätigen Umfragen im Rahmen des am Mittwoch Abend in Wien präsentierten EU-Projekts "Widening Women's Work in Information and Communication Technology" (www-ict). Für Österreich war das Institut für Gestaltungs-und Wirkungsforschung der Technischen Universität Wien beteiligt. Die Wissenschafter arbeiteten auch Maßnahmen aus, um ICT-Berufe für Frauen attraktiver zu machen.

Geringer Frauenanteil

Der Anteil an Frauen in ICT-Berufen beträgt laut der Erhebung rund 14 Prozent und liegt damit unter dem Schnitt der EU (15 Mitglieder) von rund 17 Prozent. Eine mit Österreich vergleichbare Situation weisen Belgien und Großbritannien auf (je 15 Prozent), in Frankreich sind es rund 17, in Italien 18 Prozent. Auffallend viele Frauen in ICT-Berufen ortet die Studie in Irland mit etwa 29 Prozent, berichteten die österreichischen Teilnehmerinnen an dem Projekt, Andrea Birbaumer, Marianne Tolar und Ina Wagner von der TU Wien.

Lange und unregelmäßige Arbeitszeiten

Lange und vor allem unregelmäßige Arbeitszeiten sind die größte Belastung für Frauen in diesem Berufsfeld, so die Expertinnen. Weiters entstehen für Frauen mit Kindern erhebliche Nachteile, weil sie auf Grund der mangelnden Planbarkeit, Beruf und Familie kaum vereinbaren können. Daher verlassen viele Frauen die Branche wieder. Nur ein kleiner Teil strebt - kinderlos bleibend - höhere Positionen an. Positive Faktoren für Frauen sind Autonomie und Selbstständigkeit in der Branche, das relativ gute Einkommen in vielen Bereichen sowie der mit der IT-Branche verbundene Status. Frauen bewerten in der Studie zudem den Abwechslungsreichtum der Tätigkeitsbereiche als äußerst attraktiv.

"Umfassende Berufsinformation"

Die Forscherinnen fordern, um die Situation zu verbessern, "umfassende, sorgfältige und differenzierte Berufsinformation". Eine genaue Beschreibung der Jobprofile und die weitgehende Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Situation von versorgungspflichtigen Frauen und Männern seien für die langfristige Erhöhung des Frauenanteils im IT-Bereich ebenfalls unumgänglich. Jobwechsel müssten erleichtert sowie klare Kriterien für die Personalauswahl entwickelt werden. Weiters fordern die Forscherinnen mehr Möglichkeiten der berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildung und die Förderung von Mentoring-Programmen und Frauennetzwerken für Austausch, Unterstützung und Kooperation zwischen Expertinnen, Anwenderinnen und Lehrenden.(APA)

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