Reden statt zuschlagen

16. Dezember 2004, 11:34
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SchülerInnen präsentieren Texte gegen Gewalt

Wien - 1981 fand der erste Frauenkongress in Bogotá, Kolumbien, statt. Letzte Woche zeigten SchülerInnen der HBLA Straßergasse im Rahmen der Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" bei einer Lesung in der Hauptbücherei die Situation in Österreich auf: Jeder 5. bis 10. Frau widerfährt Gewalt durch ihren Partner.

Erschreckend

SchülerInnen der 4. Klassen präsentierten ein Video, in dem sie Menschen auf der Straße zum Thema Gewalt interviewten. Die Frage, ob sie selbst schon einmal Opfer waren, beantworteten viele mit Ja. Es hieß sogar: "Ich habe es verdient." "Es ist erschreckend so etwas mitzubekommen", sagt die Interviewerin Regina (17). Einige befragte Burschen meinten gar: "Unter Druck musst du Gewalt anwenden."

Reden statt zuschlagen

Genau dieses Thema, Aggressionsabbau, behandelten die Schüler in einer Erörterung. Darin hielten sie fest, dass die meisten Gewalttäter Männer sind, weil sie mit ihren Emotionen nicht umgehen können. Der Tenor: Männer sollten über ihre Gefühle reden, statt zuzuschlagen. Auch etliche andere Texte erzählten über misshandelte Frauen und Kinder.

Sätze wie "Gewalt ist Machtmissbrauch" fanden sich in vielen Arbeiten und "führen zu stärkerem Gewaltbewusstsein", so Leiterin Monika Fröschl. Sabrina (16) bestätigt: "Wir wissen, dass wir uns wehren müssen." (habe/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.12. 2004)

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