WHO warnte erneut vor Folgen einer weltweiten Grippewelle

19. Dezember 2004, 18:58
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20 Prozent der Bevölkerung könnte erfasst werden - ein Mangel an Notfallplänen und Medikamenten besteht

Genf - Von einer weltweiten Grippewelle können nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 20 Prozent der Weltbevölkerung erfasst werden. Für 0,5 Prozent von ihnen könnte dies den Tod bedeuten, sagte Grippe-Experte Klaus Stöhr am Mittwochabend in Genf.

Stöhr forderte deshalb vorbeugende Maßnahmen, wie etwa die Förderung der Entwicklung, Herstellung und Lagerung von Impfstoffen sowie Notfallpläne mit Reisebeschränkungen. "Jedes Land soll seinen eigenen Aktionsplan für eine mögliche Grippe- Pandemie erarbeiten", sagte Stöhr.

Eine Grippewelle kann sich innerhalb von drei bis zehn Wochen ausbreiten, sagten die Experten.

Beispiel Vogelgrippe

Derzeit bestehe die Möglichkeit, dass eine Pandemie zum Beispiel durch ein Übergreifen des Vogelgrippevirus auf den Menschen entstehe, es bestehe aber keine akute Gefahr.

In den kommenden sechs bis acht Monaten werde es noch keine Impfung gegen den Vogelgrippevirus geben, sagte Stöhr weiter. Da heute nur neun Länder 90 Prozent der weltweiten Impfstoffe gegen Grippe produzierten, würden diese bei einer Pandemie kaum für alle Betroffenen ausreicht. (APA)

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