Österreich forciert Klimaschutz-Projekte im Ausland

16. Dezember 2004, 20:48
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Bilaterale Abkommen mit Argentinien, Neuseeland und Bolivien fixiert

Buenos Aires - Österreich setzt zur Erreichung des Kyoto-Zieles immer stärker auf Klimaschutz-Projekte im Ausland. Im Rahmen der UNO-Klimakonferenz hat Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll (V) daher zur weiteren Forcierung dieses JI/CDM-Programmes Österreichs mit Argentinien und Bolivien politische Absichtserklärungen unterzeichnet, mit Neuseeland steht das Memorandum of Understanding am Freitag bevor.

Bilaterale Klimaschutzzusammenarbeit

"Durch diese bilaterale Klimaschutzzusammenarbeit sind für die österreichische Wirtschaft gute Projekte abzuholen", sagte Pröll vor österreichischen Journalisten: "JI/CMD ist bereit zum Abflug". Bisher hat Österreich zur Unterstützung des JI/CDM-Programmes Absichtserklärungen mit China, Marokko, Tschechien, Bulgarien, der Slowakei, Ungarn, Lettland und Rumänien abgeschlossen. In der Pipeline befinden sich Abkommen mit Indonesien, Kolumbien und Estland.

Ankaufsverträge

An laufenden Projekten gibt es nach Informationen des Umweltressorts unter anderem Ankaufsverträge mit Projektbetreibern eines bulgarischen Wasserkraftwerks (200.000 CO2-Zertifikate pro Jahr zwischen 2008 und 2012) und einer ungarischen Biogasanlage (32.000 CO2-Zertifikate). Insgesamt wurden Verträge über den Ankauf von 3,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent im Rahmen des JI/CMD-Programmes abgeschlossen.

Indien und die Ukraine als Schwerpunktländer

Als "entscheidende Weichenstellung" für künftige JI/CDM-Projekte sieht Pröll, dass die Klimaschutzexpertin Dr. Traude Wollansky aus seinem Ressort für zwei Jahre zu einer von drei EU-Vertretern in den Exekutivrat für CDM-Projekte gewählt wurde. In diesem CDM-Board, der aus 25 Mitgliedern besteht, werden eingereichte CDM-Projekte unter dem Kyoto-Protokoll bewertet und koordiniert.

Für die Zukunft zeichnen sich laut Experten auf Grund der angebotenen Projekte Indien und die Ukraine als Schwerpunktländer ab. Dabei geht es um eine Bandbreite von 16.000 bis vier Mio. Tonnen CO2-Äquivalent an jährlich erzielbaren Emissionsreduktionseinheiten.(APA)

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