ÖGB-Frauen fordern Reform des Kindergeldes

16. Dezember 2004, 11:03
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Bereits zweite Studie belege negative Auswirkungen: rascher Wiedereinstieg wird erschwert

Wien - Laut der am Donnerstag bekannt gewordenen Studie des Forschungsinstituts Synthesis versuchen drei von vier Frauen den Wiedereinstieg, aber nur jede Zweite schafft ihn. "Nun liegen bereits zwei heimische Studien vor, die die negativen Auswirkungen des Kindergeldes auf den Wiedereinstieg der Frauen belegen. Von OECD und EU gab es ebenfalls bereits wiederholt Kritik an den starren Bestimmungen. Doch Frauenministerin Rauch-Kallat fällt nichts anderes ein, als eine dritte Studie zu beauftragen", meint ÖGB-Frauenvorsitzende und Vizepräsidentin Renate Csörgits zum Thema. Sie fordert eine rasche Reform des Kindergeldes und den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen.

Rascher Wiedereinstieg erschwert

Bereits im März 2004 haben AK und ÖGB eine Wifo-Studie präsentiert, die belegt, dass die Arbeitslosigkeit unter den Wiedereinsteigerinnen seit Einführung des Kindergeldes massiv angestiegen ist. "Kindergeld gibt es um ein Jahr länger als das frühere Karenzgeld. Die meisten Frauen bleiben deshalb um ein Jahr länger zu Hause, denn durch die Zuverdienstgrenze beim Kindergeld wird ihnen ein rascher Wiedereinstieg erschwert", erklärt Csörgits. Eltern sollen wählen können ob sie das Kindergeld in der bisherigen Höhe und für die bisherige Dauer beziehen wollen oder ob sie eine höhere Geldleistung für einen kürzeren Zeitraum in Anspruch nehmen, fordern die ÖGB-Frauen.

"Vaterschutzmonat"

Handlungsbedarf gibt es ihrer Ansicht nach auch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen. "Bei den unter 3-Jährigen haben wir ein Angebot für nicht einmal neun Prozent. EU-Ziel ist, dass bis 2010 für ein Drittel der unter 3-Jährigen Betreuungsplätze vorhanden sind, doch die Regierung ignoriert die EU-Vorgaben und die Wünsche der Eltern", kritisiert Csörgits. Zusätzlich solle ein "Vaterschutzmonat" geschaffen werden und mehr Gelder zur Qualifizierung Arbeit suchender Frauen bereit gestellt werden, so Csörgits abschließend. (red)

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