Nur jede Zweite schafft den Wiedereinstieg

31. August 2006, 12:01
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Synthesis-Studie: Frauenerwerbsquote liegt bei 63 Prozent - Ein Drittel der Frauen nimmt geringfügige Beschäftigung in Kauf

Wien - Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in Österreich vor allem weiblich. Die Gründe dafür sind die schlechte Arbeitsmarktlage, der Mangel an Lehrstellen, aber auch der "erschwerte Wiedereinstieg" nach Bezug des Kinderbetreuungsgeldes, so AMS-Frauenreferentin Eva Egger. Laut einer Studie des Synthesis- Instituts versuchten drei von vier Frauen den Wiedereinstieg, aber nur jede Zweite schafft ihn.

Arbeitslosigkeit gestiegen

Mit Stichtag 1. Dezember 2004 waren beim AMS 132.271 Frauen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Plus zum Vorjahreszeitraum um 0,5 Prozent. In der Gruppe der 25- bis 49-jährigen Frauen wird ein Anstieg um 3,8 Prozent verzeichnet. Im Oktober war der Anstieg ausschließlich weiblich: Bei den Männern nahm die Arbeitslosigkeit um 1,3 Prozent ab, bei den Frauen um 2,4 Prozent zu.

Je höher qualifiziert, desto eher gelingt es

Höher qualifizierten Frauen gelingt der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben leichter. 83 Prozent der Akademikerinnen hatten 2003 eine Standardbeschäftigung, aber nur 57 Prozent der Pflichtschulabgängerinnen. Unter den Frauen, denen ein Wiedereinstieg gelingt, nimmt jede Dritte nur eine geringfügige Beschäftigung auf.

Trugschluss

Die höhere Arbeitslosigkeit der 25- bis 49-jährigen Frauen zeige, dass mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt drängen und arbeiten wollen, meint Egger. Bei der Frauenerwerbsquote von 63 Prozent müsse man berücksichtigen, dass in diese Zahl auch Frauen einberechnet sind, die Kinderbetreuungsgeld beziehen und sich noch unter Kündigungsschutz befinden.

Auswirkungen der Sparpolitik

Im Gesundheitsbereich ist Frauenarbeitslosigkeit um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, ebenso im Dienstleistungssektor. Bei den Lehrberufen führt das AMS überhaupt eine Zunahme um 11,8 Prozent an. Da würden die allerorts durchgeführten Sparmaßnahmen wirksam werden. Der Anteil der arbeitslosen Frauen sei in diesen Arbeitsbereichen aber auch deshalb hoch, weil dort deutlich mehr Frauen beschäftigt seien als Männer, so Egger. (APA)

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    Nur 57 Prozent der Pflichtschul- Abgängerinnen hatten 2003 eine Standard- Beschäftigung.
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