Teuerungsrate stagniert auf hohem Niveau

23. Dezember 2004, 19:46
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Preissteigerung betrug im November 2,6 Prozent - Höchster Wert seit drei Jahren - Hälfte der Teuerung durch Wohnen, Wasser, Energie

Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich wie im Oktober auch im November mit erneut 2,6 Prozent weiterhin auf dem höchsten Stand seit drei Jahren geblieben. Im September hatte die Teuerungsrate noch 2,1 Prozent ausgemacht, im August 2,3 Prozent.

Verursacht wird die hohe Inflation laut Statistik Austria vornehmlich durch die Hauptgruppe Wohnen. Die Preise von Mineralölprodukten sind im November fast gleich hoch wie im Monat davor geblieben, erklärten die Statistiker am Donnerstag.

Teures Wohnen

Verteuerungen bei Wohnen, Wasser und Energie um zusammen 7,5 Prozent im Jahresabstand verursachten auf Grund ihrer Bedeutung im Warenkorb die Hälfte der Teuerungsrate. Ein Fünftel der Inflation erklärt sich durch das nach wie vor hohe Preisniveau bei Verkehrsausgaben (mit durchschnittlich +3,9 Prozent).

Diesel kostete im November 27 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Normal- und Superbenzin um 15 bzw. 14 Prozent mehr.

Der für die Währungsunion berechnete harmonisierte Preisindex (HVPI) stieg im November wie auch schon im Oktober um 2,4 Prozent im Jahresabstand, nach 1,8 Prozent im September-September-Vergleich.

Mieten stiegen um 8,7 Prozent

Bei den Verteuerungen bei Wohnen, Wasser und Energie sind die Mieten um 8,7 Prozent gestiegen und die Ausgaben für sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wohnung (etwa Betriebskosten) um 10,0 Prozent. Ausgaben für Eigentumswohnungen erhöhten sich um 12,0 Prozent.

Diese Preiserhöhungen fanden schon im 2. Quartal statt und beruhen teils auch auf einer Schwellenwertsüberschreitung zur Indexanpassung für Kategoriemietzinsrichtwerte. Im Jahresabstand deutlich teurer wurden aber auch Material und Dienstleistungen zur Wohnungsinstandhaltung deutlich teurer geworden (um je 4 Prozent).

Haushaltsenergie, ebenfalls in dieser Hauptgruppe enthalten, war im November um 8,6 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Spitzenreiter war dabei Heizöl extra leicht (Großabnahme) mit einer Preissteigerung von sogar 32 Prozent. Überdurchschnittlich teurer wurden auch Fernwärme (+5 Prozent), Gas (+5 Prozent), Feste Brennstoffe (+4 Prozent) und Strom (+5 Prozent).

Nahrungsmittelpreise nahezu unverändert

Die Hauptgruppe "Verschiedene Waren und Dienstleistungen" verteuerte sich binnen Jahresfrist um 3,2 Prozent (Versicherungen +3,3 Prozent, Friseure und Kosmetiksalons +4 Prozent). Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke kosteten dagegen nur 0,3 Prozent mehr.

Hier wurden die Preisanstiege bei Getreideprodukten (+2 Prozent) und Fleisch (+3 Prozent) durch relativ starke Verbilligungen bei Gemüse (durchschnittlich -9 Prozent; Tomaten -24 Prozent, Karfiol sogar -37 Prozent), bei Obst (im Schnitt -6 Prozent; Äpfel -10 Prozent, Erdbeeren -17 Prozent) und bei Kaffee (-11 Prozent) großteils kompensiert.

Kaffee ist damit um 22 Prozent billiger als im Jahresdurchschnitt 2000. Unter dem Preisniveau des Vorjahres lagen im November die Hauptgruppen Bekleidung und Schuhe (-0,3 Prozent), Nachrichtenübermittlung (-0,9 Prozent) und Haushalt, Haushaltsführung (-0,2 Prozent).

Preisanstieg im Monatsabstand bei 0,2 Prozent

Im Monatsabstand - von Oktober auf November - erhöhten sich die Verbraucherpreise in Österreich im Schnitt um 0,2 Prozent. In der Hauptgruppe Wohnen, Wasser und Energie betrug die Teuerung im Schnitt 1,3 Prozent, die durch Ausgaben für Eigentumswohnungen (+2,5 Prozent, z.B. Kredite, Rückzahlungen), Erhöhungen von Mieten (+1,9 Prozent) und Ausgaben für sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wohnung (+2,0 Prozent; z.B. Betriebskosten) verursacht wurden.

Saisonal bedingte Preisrückgänge gegenüber dem Vormonat gab es im November in der Hauptgruppe Freizeit und Kultur -1,2 Prozent; Pauschalreisen (im Schnitt -5,6 Prozent; Flugpauschalreisen -10 Prozent). Saisonal angestiegen sind die Preise dagegen in der Hauptgruppe Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke (+0,4 Prozent), bei Gemüse (durchschnittlich +5 Prozent; Salat +28 Prozent, Paprika +26 Prozent, Fisolen sogar +61 Prozent). Dies sei aber für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich, meint die Statistik Austria.

Kosten für Verkehr leicht gesunken

Kraftstoffe und Schmiermittel aus der Hauptgruppe Verkehr (-0,3 Prozent) waren im Berichtsmonat November etwa gleich teuer wie im Monat davor (-1 Prozent). Hier gab es geringfügige Preiserhöhungen bei Diesel (+2 Prozent) und Preissenkungen bei Super und Normalbenzin (je -2 Prozent). Preissenkungen gab es im November auch bei Flugtickets (-9 Prozent).

Der Index ohne Saisonwaren legte im Jahresabstand erneut um 2,9 Prozent zu, im Monatsabstand um 0,1 Prozent. Der Saisonwaren-Index verringerte sich dagegen zum Vorjahr um 9,3 Prozent, nach minus 9,8 Prozent im Oktober-Oktober-Vergleich. Im Monatsabstand legte der Saisonwaren-Index um 5,1 Prozent zu.

Der Index für den privaten Pkw-Verkehr erhöhte sich im November um 4,9 (4,4) Prozent gegenüber dem Vorjahr und stieg um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat Oktober. (APA)

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