Italien glaubt an Kyoto-Scheitern

16. Dezember 2004, 13:44
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Umweltminister Matteoli: Beitritt Chinas zu einem "Kyoto 2" könnte die Lage jedoch ändern

Rom - Italien rechnet nicht mit einer Fortsetzung des Klimaschutzprotokolls von Kyoto nach dem Ende seiner Laufzeit im Jahr 2012. An die Stelle des internationalen Protokolls zur Verringerung der Treibhausgase müssten dann bilaterale Abkommen treten, sagte der italienische Umweltminister Altero Matteoli laut italienischen Medienberichten vom Mittwoch.

Wenn es nicht möglich sei, Länder wie die USA für das Protokoll zu gewinnen, dann müsse ein anderes System gefunden werden, "das es ermöglicht, sie in eine internationale Strategie zur Reduzierung der Emissionen einzubinden", wurde der Minister zitiert.

Kyoto 2?

Nach Matteolis Einschätzung bedeutet die Verweigerung Chinas, Indiens und der USA das Ende des Kyoto-Protokolls im Jahr 2012. Allerdings sei die Lage anders, wenn sich China entschlösse, einem "Kyoto 2" beizutreten. Die italienische Regierung bevorzuge derweil bilaterale Lösungen, wie sie zwischen Italien und den USA bereits vereinbart worden seien. In Frankreich und Großbritannien werde das ähnlich gesehen, sagte Matteoli.

Im Kyoto-Protokoll verpflichten sich die großen Industriestaaten, den Klimakiller Kohlendioxid und andere Treibhausgase bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 abzubauen. Russland ratifizierte das Abkommen im November und ermöglichte damit das Inkrafttreten am 16. Februar. Die USA, der größte Treibhausgas-Produzent, weigern sich, das Protokoll zu ratifizieren. Auch der zweitgrößte Treibhausgas-Produzent China sowie die ebenfalls rapide wachsende Volkswirtschaft Indien lehnen das Abkommen ab.(APA)

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    Altero Matteoli

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