Ideen, damit alle vom Geld was haben

16. Dezember 2004, 10:37
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Enquete im Wiener Rathaus beschäftigt sich mit dem Thema Gender-Budgeting

Wien - Ein Mann wird künftig dafür sorgen, dass Männer und Frauen bei der Erstellung und Vergabe des Wiener Budgets gleichermaßen berücksichtigt werden.

Peter Kaser wird sich in der Magistratsdirektion mit Gender-Budgeting, also der geschlechtergerechten Aufbereitung des Budgets, auseinandersetzen. Das geben Frauenstadträtin Sonja Wehsely und Finanzstadtrat Sepp Rieder am Mittwoch bekannt.

Derzeit findet im Rathaus eine Enquete zu dem Thema statt, bei der Experten und Expertinnen aus Basel, Berlin und München den Wienern von ihren Erfahrungen mit Gender-Budgeting berichten.

Wehsely und Rieder betonten, dass Wien sich schon jetzt zum Ansatz des geschlechtergerechten Baus der städtischen Infrastruktur bekenne. So werden Bildungsprogramme frauenspezifisch angelegt und Parks dahingehend geplant, dass darin keine dunklen Ecken als Angstpunkte für Frauen gebaut werden.

Was allerdings die Verteilung beim Budget angeht, belegt eine Studie, dass hier von Geschlechterparität keine Rede sein kann.

DER STANDARD berichtete von dieser Studie der Wiener Wissenschafterinnen Irene Berlach-Politzer und Marietta Schneider. Die beiden analysierten, dass genau derlei Errichtung der Infrastruktur, die aus den Bezirksbudgets bezahlt wird, zu mehr als 90 Prozent männlichen Arbeitnehmern zugute kommt.

Kritik in Studie

Monika Vana und Helga Wisser von den Grünen Frauen kritisieren, dass es in erster Linie Lippenbekenntnisse zum Gender-Budgeting gibt und Grundsatzbeschlüsse dafür erst ab 2006 in einzelnen Bezirken umgesetzt werden. VP-Frauensprecherin Barbara Feldmann kündigte einen Antrag im Gemeinderat an, um zum Gender-Budgeting verpflichtend einzuführen.

Vana bietet Wehsely an, die von den Grünen in Auftrag gegebene Studie als Basis zu nehmen, um die Budgets so umzuorganisieren, dass alle profitieren. Budgets seien Ausdruck einer Gesellschaftspolitik, die in einem Staat und einer Stadt verfolgt wird. (aw/DER STANDARD, Printausgabe 16.12.2004)

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    Beim Budget kann von Geschlechterparität noch keine Rede sein.
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