Im November erfasste die Niederlande eine Gewaltwelle

17. Dezember 2004, 15:39
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Mord an umstrittenem Regisseur van Gogh löste beispiellose Welle rassistischer und rechtsextremer Gewalt: 174 Übergriffe im November

Amsterdam - Der Mord an dem umstrittenen Filmregisseur Theo van Gogh hat in den Niederlanden im November eine bisher beispiellose Welle rassistischer und rechtsextremer Gewalt ausgelöst. Nach einem am Mittwoch in Amsterdam veröffentlichten Bericht der Universität Leiden und der Amsterdamer Anne-Frank-Stiftung wurden im vergangenen Monat 174 solcher Gewalttaten begangen - im Vergleich zu 260 Taten im gesamten Jahr 2003.

In 60 Prozent der Fälle waren demnach Muslime und muslimische Einrichtungen Ziel der Angriffe, darunter 47 Moscheen und 13 Kirchen. Der Rassismusbericht wurde auf Basis von Polizeiberichten erstellt. "Eine solche Welle von rassistischer und rechtsextremer Gewalt innerhalb eines Monats hat es in den Niederlanden noch nicht gegeben", stellten die Forscher fest. Der Studie zufolge wurden die meisten Gewalttaten noch nicht aufgeklärt. Doch seien vermutlich für 15 Prozent der Übergriffe rechtsextremistische Täter verantwortlich. Der Islamkritiker van Gogh war am 2. November in Amsterdam ermordet worden. Als mutmaßlicher Täter wurde ein radikaler Islamist marokkanischer Herkunft festgenommen. (APA/dpa)

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