London: Österreichs Botschaft prüft Visumssache um Innenminister

17. Dezember 2004, 12:55
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Blunkett soll sich 2002 in Visum-Beschaffung für Österreich-Besuch eingeschaltet haben

London - Die österreichische Botschaft in London soll nun das neue Visum-Problem des britischen Innenministers David Blunkett prüfen. Blunkett, der wegen seiner Liebesaffäre zu einer verheirateten Verlegerin in die Kritik geraten war, wird vorgeworfen, sich in die Beschaffung eines Visums für die Kinderfrau seiner damaligen Geliebten eingeschaltet haben. Das berichtete die britische Tageszeitung "Daily Mail" in der Mittwochausgabe. Die Filipina Leonica Casalme durfte demnach ihre in Österreich lebende Schwester zu Weihnachten 2002 für ein paar Tage besuchen.

Der österreichische Botschafter in London, Alexander Christiani, erklärte am Mittwoch gegenüber dem TV-Sender BBC, die Erteilung von Visa sei zum damaligen Zeitpunkt eine "Routinesache" gewesen, die innerhalb "einer halben Stunde" erledigt werden konnte. Inzwischen seien die Bestimmungen für philippinische Staatsangehörige verschärft worden. Zudem soll Christiani laut BBC die Untersuchung der genauen Umstände durch den zuständigen Generalkonsul angekündigt haben. Der Botschafter war Mittwoch Nachmittag für eine Bestätigung vorerst nicht zu erreichen.

Laut "Daily Mail" soll die philippinische Nanny zu Weihnachten 2002 das Visum "innerhalb von Tagen" erhalten haben. Die damalige Blunkett-Geliebte Kimberley Quinn habe ihr gesagt: "Mach Dir keine Sorgen, ich tätige einen Anruf." Das Innenministerium bestätigte gegenüber der "Mail", dass Blunkett das Visum-Problem mit Quinn "besprochen" habe. Aber weder er noch sein Ministerium hätten sich eingeschaltet.

Die Affäre Blunketts mit der Verlegerin der Politik-Zeitschrift "Spectator" war im Sommer nach drei Jahren zu Ende gegangen. Seitdem hat Quinn behauptet, Blunkett hätte ihrer Nanny Leoncia Casalme beschleunigt eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für Großbritannien besorgt. Die Vorwürfe sind momentan Gegenstand einer offiziellen Untersuchung. Blunkett streitet außerdem um das Sorgerecht des zweijährigen Sohns von Quinn. Er will auch Vater des Babys sein, mit dem Quinn gegenwärtig im siebten Monat schwanger ist. (APA/dpa)

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