"Rassismus in Linz nimmt zu"

17. Dezember 2004, 21:21
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20-Jähriger Linzer bei Festnahme verletzt und rassistisch beschimpft - Oberösterreichs Grüne fordern spezielle Schulung für Polizisten

Linz - Die oberösterreichischen Grünen fordern jetzt eine spezielle "Antirassismus-Schulung" für Polizeibeamte. Anlass dafür ist der Fall eines 20-jährigen, dunkelhäutigen Linzers, der in der Donnerstagausgabe des STANDARD schwere Vorwürfe gegen die Linzer Polizei erhoben hatte.

Der junge Mann gab an, im Zuge einer Festnahme mit rassistischen Ausdrücken beschimpft und von den Beamten schwer verletzt worden zu sein. "Der Fall hat gezeigt, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht. Der Rassismus in Linz nimmt immer mehr zu. Völlig unschuldige Menschen mit dunkler Hautfarbe werden zum Beispiel in der Landeshauptstadt am helllichten Tag ständig von der Polizei kontrolliert", kritisiert der Klubobmann der oberösterreichischen Grünen, Gunther Trübswasser.

Es gebe in Linz bereits "Anti-Rassismus-Workshops", die Verantwortlichen der Polizei müssten das Angebot nur aufgreifen. "Leider gibt es eben so manche Mitmenschen, die auch im Jahr 2004 noch nicht wissen, dass man zu einem Schwarzen nicht Neger sagt", so Trübswasser.

"Sind begeistert"

Bei der Linzer Polizei zeigt man sich am Mittwoch durchaus dankbar über den Vorschlag. "Wir sind begeistert und nehmen das Angebot gerne an", betonte der Linzer Polizeidirektor Walter Widholm im STANDARD-Gespräch. Es sei auch Anliegen der Exekutive in diesem Bereich in Zukunft "noch sensibler zu agieren". (Markus Rohrhofer/DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2004)

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"Scheißneger, schleich dich in den Kongo"
Bei einer Festnahme soll ein dunkelhäutiger Linzer verletzt und rassistisch beschimpft worden sein

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Schwerpunkt: Stopp Rassismus (derStandard.at /Politik)

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