Kujabi, ein Rohdiamant für den GAK

24. Dezember 2004, 15:39
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Neuverpflichteter Spieler aus Gambia - Weninger hofft auf neuerlichen "Glücksfall Sionko"

Wien - Der österreichische Fußball-Doublegewinner GAK beschränkt sich in der Winterpause auf eine Schnäppchenjagd. Selbst bei einem Aufstieg in die UEFA-Cup-Runde der letzten 32 lässt die finanzielle Situation der Grazer keine großen Sprünge auf dem Transfermarkt zu, also machen sich die Grazer auf die Suche nach zufällig günstigen Top-Spielern oder "Rohdiamanten". Dazu könnte der gerade 18-jährige Pa Saiko Kujabi aus Gambia zählen, der von den Rotjacken für ein Jahr plus Option verpflichtet wurde und in der Frühjahrsvorbereitung voll ins Mannschaftstraining einsteigt.

Ersatz für Pogatetz

Der junge Afrikaner könnte eventuell die Lücke auf der linken Abwehrseite nach der Rückkehr von Emanuel Pogatetz zu Bayer Leverkusen im Sommer schließen, von seiner Spielweise her ist er aber nicht mit dem ÖFB-Teamverteidiger zu vergleichen. "Ein kleiner, quirliger Spieler mit sehr guten Anlagen. Man muss aber abwarten, wie er sich in Österreich entwickelt", beschrieb Sportmanager Hannes Weninger die Qualitäten des Kickers.

Durchaus möglich, dass Kujabi der einzige Neuzugang in der Winterpause bleibt. "Im Gegensatz zur Austria bekommen wir die sehr guten Spieler nicht. Wir können nur beobachten, Kontakte pflegen, auf die menschliche Komponente setzen und hoffen, dass sich dadurch etwas ergibt", sagte der frühere Goalie.

Sollte jedoch ein vielversprechender Jungspund beim GAK landen, wäre er laut Weninger bei Trainer Walter Schachner in guter Obhut. "Er würde ihn aufpäppeln und taktisch auf Vordermann bringen. Und wenn er wirklich einschlägt, könnten wir ihn Gewinn bringend verkaufen", so Weninger.

Sionkos gibt's nicht alle Tage

Die Hoffnung auf einen Glücksfall a la Sionko im vergangenen Jahr hat der Sportdirektor zwar noch nicht ganz aufgegeben, "aber das war ein echtes Schnäppchen, wie es alle zehn Jahre einmal passiert. Sionko war vom Preis-Leistungsverhältnis der billigste Kicker, der jemals beim GAK gespielt hat."

Wenn auch der Winter beim GAK aus personalpolitischer Sicht wohl ohne große Höhepunkte über die Bühne gehen dürfte (Markus Weissenberger und Andreas Ibertsberger sind laut Weninger zwar interessante Spieler, aber im Winter nicht erschwinglich), so laufen dennoch schon die Planungen für den Sommer. "Wir wissen, wo wir uns verstärken wollen, und haben Kandidaten im Auge", meinte Weninger. Auf welchen Positionen umstrukturiert werde, wollte der 46-Jährige vorerst nicht bekannt geben, mit Hinweis auf die möglicherweise fehlende Motivation der betroffenen eigenen Spieler im Frühjahr.

"Österreichischer Weg" in Frage gestellt

Weninger deutete an, dass der GAK in punkto Neuverpflichtungen vom bisher eingeschlagenen "österreichischen Weg" etwas abgehen könnte. "Grundsätzlich sind wir bemüht, Österreicher zu holen, aber im Herbst haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sich der eine oder andere heimische Spieler zu leicht macht. Wenn das so weitergeht, werden wir uns vielleicht wieder vermehrt im Ausland umschauen."

Allzu große Kader-Adaptierungen werden aber auch nach Saisonende nicht durchgeführt. Der Großteil der Mannschaft besitzt längerfristige Verträge, nur die Kontrakte der Teamspieler Joachim Standfest und Matthias Dollinger laufen im Sommer 2005 aus. Laut Weninger gibt es bereits Gespräche über eine Verlängerung "mit positiver Tendenz".(APA)

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