Wettbewerb für Neues Pariser Hallenviertel entschieden

20. Dezember 2004, 19:57
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Der französischer Architekt David Mangin soll die als Bausünde berüchtigte "Carreau des Halles" neu gestalten

Paris - Das Pariser Hallenviertel, das Herz der Seine-Metropole, einst berühmt für die Subkultur unter beeindruckender Glas-Stahlarchitektur des 19. Jahrhunderts (siehe Billy Wilders "Irma La Douce"), dann trotz heftiger Proteste durch eine gesichtslose Shopping-Mall-Architektur ersetzt, bekommt ein neues Gesicht.

Der französische Architekt David Mangin wurde am Mittwoch in Paris als Sieger des Architekturwettbewerbs zur Neugestaltung des berühmten "Carreau des Halles" bekannt gegeben. "Das ist ein wichtiger Moment in der Geschichte von Paris, denn es geht um die Zukunft der Stadt", sagte der sozialistische Bürgermeister Bertrand Delanoe auf einer Pressekonferenz. Der Entwurf Mangins sei "intelligent und realistisch".

Von den ursprünglich 32 eingereichten Projekten kamen vier in die engere Auswahl: das "Riesendach" von Mangin, die bunten "Glastürme" des Niederländers Rem Koolhaas, die "schwebenden Gärten" des Franzosen Jean Nouvel sowie die "Garteninseln" des Niederländers Winy Maas.

Kontroversen um den "Bauch von Paris"

Die vier völlig unterschiedlichen Entwürfe hatten für heftige Kontroversen gesorgt, die monatelang Schlagzeilen machten. Denn bei dem Projekt geht es um den "Bauch von Paris" und das größte Einkaufszentrum der Hauptstadt, in dem sich einer der größten unterirdischen Bahnhöfe befindet, 160 Geschäfte auf 5 Ebenen sowie 26 Kinosäle. Mehr als 41 Millionen Besucher zählt das Forum des Halles jährlich. "Wir haben uns mit dieser Entscheidung Zeit gelassen, was von vielen kritisiert und als Unentschlossenheit ausgelegt wurde. Aber bei einem solchen Projekt darf man nicht übereilt handeln", erklärte Delanoe weiter. (APA/dpa)

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    Les-Halles-Projekt von David Mangin

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