JP Morgan: Fairer Wert bei mindestens 63 Euro je Aktie

15. Dezember 2004, 17:43
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Auch VA Tech-Wirtschaftsprüfer Ernst & Young sieht Wert über Siemens-Angebot - HV zu Höchststimmrecht am 17. Jänner

Wien - Die US-Investmentbank JP Morgan sieht für den börsenotierten Linzer Anlagenbauer VA Tech nach Informationen der "Welt" einen fairen Wert von mindestens 63 Euro je Aktie. Der Elektromulti Siemens bietet dagegen "nur" 55 Euro und hat am Mittwoch erneut erklärt, von diesem Angebot nicht abrücken zu wollen. Wie die "Welt" in ihrer heutigen Ausgabe schreibt, habe neben JP Morgan, die mit einem Bewertungsgutachten beauftragt wurde, auch der VA Tech-Wirtschaftsprüfer Ernst & Young im gestrigen Aufsichtsrat des oberösterreichischen Unternehmens für ein höheres Angebot plädiert. "Ich kommentiere das nicht", sagte eine Sprecherin der VA Tech zu dem Zeitungsbericht.

Die außerordentliche Hauptversammlung (HV), die auf Wunsch von Siemens einberufen werden soll, um das in den Satzungen des VA Tech-Konzerns verankerte Höchststimmrecht von 25 Prozent zu kippen, findet laut "Welt" am 17. Jänner statt. Das Blatt beruft sich dabei auf Angaben aus Finanzkreisen, die VA Tech-Sprecherin wollte den Termin weder bestätigen noch dementieren. Als HV-Termin hatte Siemens beim VA Tech-Vorstand ursprünglich den 10. Jänner beantragt. Wie berichtet macht Siemens sein Offert an die Aktionäre davon abhängig, dass die geltende Stimmrechtsbeschränkung in der VA Tech beseitigt wird.

Feindliche Übernahme erschweren

Das in den Konzernstatuten festgeschriebene Höchststimmrecht sieht vor, dass kein Aktionär - unabhängig wie viele Anteile er besitzt - mehr als 25 Prozent der Stimmrechte ausüben darf. Bei VA Tech wurde diese Klausel - so wie die auf 20 Prozent herabgesetzte Übernahmeschwelle - eingeführt, um eine feindliche Übernahme zu erschweren. Bei einer freundlichen Übernahme wird damit freilich auch die Kontrolle erschwert.

Die Beschränkung des Stimmrechts würde es beispielsweise der ÖIAG, die knapp 15 Prozent an VA Tech hält, und einigen Fonds ermöglichen, wichtige Konzernentscheidungen wie etwa die Abspaltung einzelner Teilgesellschaften oder ein Börsen-Delisting - wie von Siemens angestrebt - zu verhindern. Für eine Abschaffung des Höchststimmrechts braucht Siemens grünes Licht von mehr als 75 Prozent des anwesenden Kapitals.(APA)

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