Wehsely: "Gender Mainstreaming ersetzt nicht Frauenförderung"

15. Dezember 2004, 20:04
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Frauenstadträtin eröffnete Enquete zum Thema Gender Budgeting

Wien - "Programme zur Chancengleichheit und Frauenförderung sind wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Frauen. Diese werden - und das ist eines der großen Missverständnisse - durch Gender Mainstreaming nicht obsolet", erklärte Frauenstadträtin Mag.a Sonja Wehsely anlässlich der Eröffnung der Enquete "Gender Budgeting" (organisiert von der Frauenabteilung der Stadt Wien) am Mittwoch im Wiener Ringturm.

Expertinnen aus Basel, Berlin und München werden im Rahmen der Enquete über Erfahrungen mit Gender Budgeting berichten. "Von der heutigen Enquete erwarte ich mir wertvolle Impulse dafür, in welchen Bereichen des Wiener Budgets Gender Budgeting eine Möglichkeit darstellt, den Blick für die Geschlechtergerechtigkeit weiter zu schärfen", betonte Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder.

Instrument zur Gleichstellung

"Gender Mainstreaming ist kein Programm an sich, sondern ein Instrument zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Es zielt darauf ab, Maßnahmen und Gesetze grundsätzlich im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Männer und Frauen zu untersuchen. Chancengleichheit ist eine Querschnittsmaterie", so Wehsely. "Die schwarz-blaue Bundesregierung hat es hingegen zu ihrem Credo erklärt, Gender Mainstreaming unter lautem Getöse zu vermarkten und hinter den Kulissen Maßnahmen zur Frauenförderung auszuhungern."

Gender Budgeting

"Bei Gender Budgeting werden die Ausgaben der öffentlichen Haushalte daraufhin überprüft, ob und wie sie sich auf Männer und Frauen auswirken und ihnen gleichermaßen nutzen", so der Wiener Vizebürgermeister und Finanzstadtrat Rieder. Werden Haushaltsmittel unter sozialen Gesichtspunkten gerecht unter den Geschlechtern aufgeteilt? Welche Auswirkungen hat eine finanzpolitische Maßnahme auf die Gleichstellung der Geschlechter - trägt sie zur Verringerung der Ungleichheit bei? Wer profitiert von Staatsausgaben?

Vier Arbeitsfelder

Frauenstadträtin Wehsely zeigte abschließend die vier großen Arbeitsfelder von Gender Budgeting auf: "Es geht um Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis, Auswirkungen auf den Zugang von Frauen und Männern zu öffentlichen Dienstleistungen, Auswirkungen auf die unbezahlte Haus- und Familienarbeit von Frauen und Männern und um Auswirkungen auf die Erwerbsarbeit. Es ist weit zu kurz gegriffen, Gender Budgeting nur auf die Beschäftigungswirkungen zu beschränken." (red)

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