FC Utrecht lockt mit Kartenaktion

16. Dezember 2004, 23:26
5 Postings

Hooligans im In- und Ausland gefürchtet - Problem zuletzt aber besser im Griff

Utrecht - Der FC Utrecht, in dessen Reihen der Ex-Bregenz Legionär Hans van de Haar (2001/02) und nur drei Legionäre stehen, hat schon vor dem Gruppen-Kehraus im Fußball-UEFA-Cup seine Aufstiegschance verspielt. Um am Donnerstag gegen Austria Magna dennoch ein halbwegs volles Stadion zu bekommen, locken die Niederländer Besucher mit einer Aktion. Wer für die nicht im holländischen TV übertragene Partie eine Karte kauft, bekommt ein zweites Ticket zum halben Preis dazu.

Das fanatische Publikum ist für die heimstarken jungen Rot-Weißen der zwölfte Mann im Galgenwaard. Seinen Namen hat das Stadion aus dem Mittelalter, obwohl auf dem Galghenwert (Exekutionsplatz) nie Todesurteile vollzogen worden sein sollen. Vielmehr diente das Gebiet Jahrhunderte hindurch der Landwirtschaft. 1936 wurde die alte Arena mit Radrennbahn errichtet, 1982 das Nieuw (neue) Galgenwaard auf demselben Grund gebaut und das Fassungsvermögen auf 25.000 Plätze aufgestockt.

So frenetisch die Fans ihre Lieblinge in der modernen Arena anfeuern, so gefürchtet ist ihr harter Kern. Die Vergangenheit liefert dafür viele Beispiele. Anfang Oktober 2002 kam es nach dem durch Unterbrechungen gestörten UEFA-Cup-Spiel FC Utrecht - Legia Warschau (1:3) zu wilden Schlägereien zwischen Hooligan-Gruppen. Die Polizei nahm 40 Oranje-Randalierer fest, zuvor hatte die Partie wegen Wurfgeschoße für rund 40 Minuten unterbrochen werden müssen. Die Zeitung "De Telegraaf" schrieb damals von einem "Fußball-Krieg im Galgenwaard."

Einige niederländische Unverbesserliche hatten rassistische Transparente präsentiert und das Spielfeld gestürmt. Wenige Tage später sperrte die UEFA das Galgenwaard, die Utrechter mussten eine Partie unter Ausschluss der Zuschauer austragen. Auch national gab es wegen der vor allem auch auswärts gefürchteten FCU-Radaubrüder viele Geldstrafen. Zuletzt ging es allerdings wieder zivilisierter zu. Im Schnitt kommen rund 19.557 Zuschauer zu den Fußball-Spielen in der Universitätsstadt, die rund 250.000 Einwohner zählt und keine 50 km südlich von Amsterdam liegt.(APA)

  • Artikelbild
Share if you care.