Großbritannien: Neue Vorwürfe gegen Blunkett

15. Dezember 2004, 18:01
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Innenminister soll Kindermädchen seiner Ex-Lebensgefährtin auch bei Ausreisevisum geholfen haben

London - Dem in eine Affäre um die Verquickung von Amt und Privatleben verstrickten britischen Innenminister David Blunkett droht weiteres Ungemach. Die "Daily Mail" berichtete am Mittwoch, dass der Innenminister dem philippinischen Kindermädchen seiner Ex-Geliebten Kimberly Fortier-Quinn auch ein Visum zur Ausreise aus Großbritannien verschafft habe. Leonica Casalme durfte demnach ihre in Österreich lebende Schwester für ein paar Tage besuchen.

Casalme sagte dem Blatt, dass Fortier-Quinn ihr damals zugesagt habe, "einen Anruf zu machen", um ein Problem mit ihrem Visumsantrag zu lösen. Danach sei das Verfahren beschleunigt worden. Blunkett hatte in der vergangenen Woche bereits eine Untersuchung gegen sich angekündigt, um gegen Berichte vorzugehen, denen zufolge er Casalme schneller ein Visum für Großbritannien besorgt habe.

Beschleunigte Aufenthaltsgenehmigung

Die Zeitungsberichte zum Aufenthaltsantrag des Kindermädchens hatten sich auf eine E-Mail von Fortier-Quinn und zwei Briefe des Innenministeriums an das Kindermädchen gestützt. Demnach soll Blunkett im vergangenen Jahr dafür gesorgt haben, dass der Antrag des philippinischen Kindermädchens seiner verheirateten Geliebten auf Aufenthaltsgenehmigung beschleunigt bearbeitet wurde.

Medienberichten zufolge soll der 57-jährige Minister die Trennung von seiner Geliebten, einer 44-jährigen Amerikanerin und Herausgeberin des wertkonservativen Magazins "The Spectator", nur schlecht verkraftet haben. Blunkett wolle per Gentest beweisen, dass ihr erstes Kind nicht von ihrem Mann, sondern von ihm sei. Er sei auch der Vater des Babys, mit dem Fortier-Quinn derzeit schwanger ist und das im Jänner zur Welt kommen soll. Wegen des Streits um die Kinder drohte Fortier-Quinn ihrem Ex-Geliebten laut Presseberichten, seiner Karriere den Todesstoß zu versetzen. (APA)

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