Vanuatu macht Kehrtwende: Zurück zur Ein-China-Politik

17. Dezember 2004, 16:41
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Beziehungen zu Taiwan nach Sturz des Premiers annulliert

Peking - Im Tauziehen um die diplomatische Anerkennung Taiwans hat Peking einen Sieg verbuchen können. Mehr als einen Monat nachdem die Pazifikinsel Vanuatu ihre 22 Jahre alten Beziehungen zu China abgebrochen und dafür Taiwan anerkannt hatte, vereinbarten beide Seiten eine Rückkehr zum früheren Verhältnis. Wie die amtlichen Medien am Mittwoch berichteten, folgte die Wende auf den Sturz von Vanuatus Ministerpräsident Serge Vohor nach nur sechs Monaten im Amt.

Sein Nachfolger Ham Lini annullierte die am 3. November von Vohor bei einem Besuch in Taipeh unterzeichneten Beziehungen zu Taiwan, wie das Außenministerium in Peking berichtete. Er versicherte, dass Vanuatu weiter die Ein-China-Politik befolgen werde und unverändert Peking anerkenne. Mit dem Schritt wird Taiwan nur noch von 26 meist kleineren Staaten in der Welt diplomatisch anerkannt, während mehr als 160 Peking als einzig legitime Regierung Chinas ansehen.

Peking und Taipeh beschuldigten sich gegenseitig der Dollardiplomatie. China habe Vanuatu jetzt 32 Millionen US-Dollar (24,0 Mio. Euro) versprochen, beklagte Taiwans Regierung. Mit Sorge beobachtet die demokratische Inselrepublik auch ihr Verhältnis zu Grenada. Der Ministerpräsident der Karibikinsel, Keith Mitchell, ist zu einem Besuch in Peking und sucht Finanzmittel für den Aufbau seines Landes nach dem verheerenden Hurrikan im September. (APA/dpa)

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