Iran: Geistig behinderter Frau droht Todesstrafe

15. Dezember 2004, 19:01
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amnesty international: Wegen "Vergehen gegen die Keuschheit"

London - Im Iran soll nach Angaben der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) eine geistig behinderte junge Frau hingerichtet werden. Die 19-Jährige sei wegen "Vergehen gegen die Keuschheit" zum Tode verurteilt worden. Leyla M. sei bereits im Alter von acht Jahren zur Prostitution gezwungen worden, berichtete ai am Dienstag unter Berufung auf die iranische Zeitung "Chorassan".

Laut ai berichtete die Zeitung am 28. November, Leyla M. sei im Alter von 18 Jahren von einem Gericht in der Stadt Arak zum Tode verurteilt worden. Die junge Frau habe inzwischen alle Rechtsmittel ausgeschöpft. Ihr werde unter anderem vorgeworfen, Sex mit Verwandten gehabt und außereheliche Kinder zur Welt gebracht zu haben. Laut Amnesty zwang Leylas Mutter sie schon im Kindesalter zur Prostitution. Das Mädchen sei wiederholt vergewaltigt worden und habe im Alter von neun Jahren ein Kind geboren. Schon damals sei sie zu Peitschenhieben verurteilt worden. Mit zwölf Jahren habe ihre Familie sie an einen afghanischen Mann verkauft. Zwei Jahre später habe sie Zwillinge zur Welt gebracht. Ihre Familie habe sie später erneut verkauft, diesmal an einen 55-Jährigen.

Amnesty erklärte, als Vertragspartei der Internationalen Konvention über bürgerliche und politische Rechte habe sich der Iran verpflichtet, niemanden für Verbrechen hinzurichten, die er im Alter von unter 18 Jahren begangen habe. (APA/AP)

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