Zilk lobt Platters Vorgehen

19. Dezember 2004, 19:49
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Vorsitzender der Bundesheer- Reformkommission: "Mit Verteilen von Schuld und Abberufungen ist es nicht getan"

Wien - Der Vorsitzende der Bundesheer-Reformkommission, Helmut Zilk (S), hat sich zufrieden über das Verhalten von Verteidigungsminister Günther Platter (V) bei der Behandlung der Misshandlungsaffäre im Bundesheer geäußert. In der "ZIB 2" des ORF sagte Zilk, Platter habe sofort reagiert und den Befehlshaber einer Brigade abgezogen, "das hat es noch nie gegeben. Und ich bin überzeugt, er wird das weiter tun. Ich bin mit ihm zufrieden".

Was die Forderung der Opposition nach der Suspendierung hoher Bundesheer-Offiziere betrifft, sagte Zilk: "Mit dem Verteilen von Schuld und der Abberufung von Leuten allein ist es nicht getan".

Dort, wo die Vorwürfe berechtigt seien, müsse man natürlich Konsequenzen ziehen. "Es kann ja nicht sein, dass beim letzten Zugführer begonnen und geendet wird. Das muss wenn es notwendig ist, bis ganz hinauf gehen".

Generell problematisch sei es, weil - ohne die Situation zu verniedlichen - Misshandlungen offenbar in allen Ländern der Welt bei Militärs passiere. "Im Menschen lebt an sich ein Funken von Grausamkeit". Und die Disziplin im Militär müsse dafür sorgen, dass die Ausbildung in ordentlichen Bahnen verlaufe und "nicht jeder sein Mütchen kühlt". Wichtig sei auch die Ausbildung der Ausbildner.

Karl Schneemann von der Bundesheer-Beschwerdekommission hatte zuvor erklärt, dass die Zahl der berechtigten Beschwerden - "wo vollinhaltlich der Beschwerdevorbringer bestätigt wurde" - im Bereich von 70 bis 80 Prozent liege. Habe es in den letzten Jahren im Schnitt 3.000 telefonische schriftliche Anfragen gegeben, seien es allein den vergangenen 14 Tagen aufgrund der Affäre über 1.000 gewesen. (APA)

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    Helmut Zilk und Dagmar Koller bei der Verleihung der Auszeichnung "Soldier of the Year".

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