Museumskonservatorin glaubt seit 200 Jahren verschwundenes Gemälde entdeckt zu haben

20. Dezember 2004, 19:57
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Jean-Dominique Ingres' "Die Schlafende von Neapel" soll sich angeblich unter einem Giordano-Duplikat verbergen

Lille - Ein seit fast 200 Jahren verschwundenes Gemälde des französischen Malers Jean-Dominique Ingres soll sich angeblich unter einer billigen Bild-Kopie im Capodimonte-Museum in Neapel verbergen. "Die Schlafende von Neapel", die Ingres 1808 im Auftrag des Königs von Neapel gemalt habe, sei hinter dem Duplikat eines Bildes von Luca Giordano zu erahnen, sagte die Museumskonservatorin Véronique Burnod aus dem nordfranzösischen Cambrai.

Auf einem Vorhang des angeblichen Giordano-Gemäldes zeichne sich die Hüfte der Schlafenden ab, erläuterte Burnod. Sie habe ihre Vermutung dem Museum in Neapel mitgeteilt und eine Durchleuchtung beantragt, sei aber zurückgewiesen worden.

"Die Schlafende von Neapel" zählt zu den berühmten Ingres-Gemälde, verschwand aber kurz nach ihrer Fertigstellung in den Wirren des Untergangs des napoleonischen Reiches. Laut Burnod wurde die Kopie des Giordano-Gemäldes darüber gemalt. Ingres ist einer der wichtigsten Vertreter des französischen Klassizismus. Seine "Große Odaliske", die im Pariser Louvre hängt und stilistisch der "Schlafenden von Neapel" ähnelt, wird auf bis zu hundert Millionen Euro geschätzt und jährlich von hunderttausenden Besuchern bewundert.(APA)

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