"Säuberungen" in Schulbibliotheken

28. Dezember 2004, 12:56
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Wien - Die Interessengemeinschaft (IG) Autoren kritisiert "Säuberungen" in Schulbibliotheken von Büchern in alter Rechtschreibung. In einer Umfrage unter 80 Volksschul-und 40 Hauptschuldirektoren in ganz Österreich (Rücklaufquote 25 Prozent) habe jeder zweite Volksschuldirektor erklärt, Bestände in alter Rechtschreibung aus seiner Schulbücherei ausgeschieden zu haben. An den Hauptschulen werde das überhaupt nicht gemacht. Zudem wollen 77 Prozent der Schulleiter ihrem Lehrerkollegium empfehlen, für die Klassenlektüre ausschließlich Texte in neuer Rechtschreibung auszuwählen.

"Diese groteske Aufwertung der Orthografie kann an vielen Schulen in der Praxis das Aus für populäre Klassentexte wie Erich Hackls Erzählung Abschied von Sidonie bedeuten", so Studienautor Ludwig Laher, der die Autoren im Rechtschreibrat vertritt. Den Autoren würden auf diese Weise ideelle wie materielle Nachteile entstehen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15. 12. 2004)

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