Den Fehler zur Kunstform erheben

21. Dezember 2004, 12:21
posten

Die erste "Triple Exposure"-Ausstellung im Lomo-Headquarter im Museumsquartier eröffnet

Früher, in Zeiten der analogen Schnappschussfotografie, wurde derlei "Ungeschicklichkeit" oder "Fehlfunktion" genannt. Und wenn es passierte, landeten die Bilder meist im Müll. Aber weil es diese Begriffe im Universum der seit einem Jahrzehnt die Antithese zu Hightech- und Perfektionsfotografie lebenden "Lomographen" (lomography.com) nicht gibt, war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis die Freunde der - ursprünglich - billigen Russenkamera auch die Mehrfachbelichtung als Kunstform entdecken würden.

Vergangenes Wochenende eröffnete Lomo-Präsident Matthias Fiegl deshalb gemeinsam mit der Lomographin Sally Bibawy und dem Galeristen Viktor Bucher die von Petra Maria Eder kuratierte erste "Triple Exposure"-Ausstellung im Lomo-Headquarter im Museumsquartier.

Lomo-User aus Paris, Wien und Berlin hatten daheim Stadtszenen abgelichtet - und den ausgeschossenen (aber nicht ganz zurückgespulten) Film dann an Lomographen anderer Städte geschickt. Die Ergebnisse waren so unvorhersehbar wie überraschend - nicht zuletzt, weil sich auf manchen Filmen auch Motive von ganz anderswo fanden. Etwa aus Abu Dhabi. Aber es muss ja nicht für alles eine Erklärung geben. (DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2004)

  • Mehrfachbelichtete Kunst: Bücher, Eder, Fiegl und Bibawy (von links) im Lomo-Shop
    foto: rottenberg

    Mehrfachbelichtete Kunst: Bücher, Eder, Fiegl und Bibawy (von links) im Lomo-Shop

Share if you care.