Umstieg auf Digitalfernsehen wird gefördert

27. Dezember 2005, 16:44
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Gestützte Decoder für arme Zuschauer - ohne bleibt ab 2010 der Fernseher schwarz

Ein "umfassendes Fragenpaket" hat Alfred Grinschgl der EU schon vor Wochen beantwortet. Seine Rundfunk- und Telekomregulierung RTR hat 7,5 Millionen Euro pro Jahr um den Umstieg auf digitales Fernsehen zu fördern. Brüssel ist da besonders hellhörig. Deutsche Kabelbetreiber haben sich beschwert, weil solche Subventionen für Digital-TV via Antenne den Wettbewerb verzerrten. Heimische überlegen das.

Die österreichische Digitalförderung schließt keinen Verbreitungsweg aus. Grinschgl erwartet noch im Jänner das grundsätzliche O.k. der EU zur österreichischen Förderung. Dann geht es um den Segen für konkrete Ziele.

Mit rund drei der 7,5 Millionen pro Jahr will Grinschgl Decoder fördern. Multimediataugliche, aber insbesondere auch einfache Boxen für einkommensschwache Familien.

2010 soll das gewohnte analoge Fernsehen über Antenne enden. Zu empfangen sind dann nur noch digitale Signale. Um die in sichtbares Programm zu übersetzen, braucht es Decoder. Grinschgl denkt da an Geräte, die sich auch für digitales Kabel-TV eignen.

Weitere drei Millionen sollen TV-Anstalten bekommen, die zwischen 2007 und 2010 Region für Region Österreichs für einige, wenn auch möglichst kurze Zeit analog und digital versorgen. Bisher gehen RTR und Medienbehörde von einer Umstellung aus, die von Vorarlberg ostwärts Gebiet um Gebiet digital versorgt. Probleme beim Parallelbetrieb drohen im Südosten ab Graz und im Osten. Dort könnte - nach entsprechender Vorwarnung - wie in Teilen Deutschlands von einem Tag auf den anderen umgestellt werden.

Zunächst kommen ORF 1, ORF 2 und ATV+ auch digital österreichweit; dazu drei weitere Programmplätze in Ballungsräumen, etwa für den Musiksender gotv.

Gute Chancen, diese Programme als so genannter Multiplexer auszustrahlen, hat die Sendertochter des ORF. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 15.12.2004)

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